Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Millionendeal um U-Bahn-Werbung

Reklame auf und an der U2 kommt spätestens zur Fußball-EM.

WIEN. Die Wiener Linien bieten die U-Bahnen feil und die Stationen gleich dazu. Das gilt jedenfalls entlang der U-Bahn-Linie 2, der so genannten „Euro-U-Bahn“. Am Dienstag haben Wiener Linien und die Werbefirma Gewista einen Deal vorgestellt, der den Verkehrsmittel-Betreibern (WVB) Millionenbeträge bescheren wird.

In dem Vertrag ist vereinbart, dass ab 2008 Werbeflächen im U-Bahn-Bereich im großen Stil gestaltet werden. „Gedacht ist allerdings an nicht mehr als zwei Stationen, etwa zwölf- bis 15-mal pro Jahr“, berichtet Michael Lichtenegger, Geschäftsführer der „Wiener Linien“. Pro Station seien die zu vermietenden Flächen „zwischen 52.000 und 110.000 Euro für vier Wochen“ wert. Zudem ist auch geplant, U-Bahnen selbst als Träger von Werbebotschaften zu vermieten. Ein Monat U-Bahn-Werbung kostet 15.000 Euro.

Lichtenegger schränkt allerdings ein: „Wir wollen nicht in großer Masse vermarkten, weil uns wichtig ist, dass der Charakter der Wiener Linien nicht verloren geht.“ Die Werbung werde im U-Bahn-Bereich „nicht inflationär eingesetzt. „Allerdings wird das während der EM offener gehandhabt.“ Es sei jedoch nicht daran gedacht, U-Bahnen gegen Entgelt einen Zusatznamen zu geben.

Erstmals möglich ist nunmehr so genanntes „Station Branding“ – in einer Station wird ausschließlich für eine Marke geworben. Fred Kendlbacher, bei der Gewista für „Transport Media“ zuständig: „Ein Entrinnen, ein Vorbeischauen gibt es nicht bei dieser Werbeform.“

Vertragspartner der Wiener Linien ist die Gewista und der Kontrakt sei auf Initiative des Werbers zustande gekommen, heißt es. Lichtenegger: „Wir haben eine jahrelange Geschäftsbeziehung, zum Nutzen beider Partner.“

Die Gewista gilt als SP-nahe. Die Gesellschaft steht zu 67 Prozent im Eigentum der JCDecaux Holding. Ein Drittel der Anteile hält die Progress BeteiligungsgesmbH. An ihr halten 60 Prozent die LVP-Holding, eine 100-Prozent-Tochter der Wiener Städtische Versicherung; und 40 Prozent die A.W.H.

Beteiligungsgesellschaft, die zu 100 Prozent dem „Verband der Wiener Arbeiterheime“ gehören. AWH-Geschäftsführer ist Helmut Laska, Ehemann von Vizebürgermeisterin Grete Laska.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2007)