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Reisen: Passagiere sind zu dick

AP
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Hohes Gewicht gefährdet Sicherheit von Flugzeugen.

Kopenhagen. Dicke Flugreisende sorgen nicht nur für Gedränge in den Kabinen. Veraltete Daten über das Körpergewicht der Passagiere gefährden auch die Sicherheit beim Fliegen, warnt jetzt die skandinavische Fluggesellschaft SAS.

Die Luftfahrtsbehörden gehen in ihren Sicherheitsbestimmungen von einem veralteten Schlankheitsideal aus. Deshalb würden die Flugzeuge schwerer belastet als von den Computern berechnet. Das wirke sich auf den Treibstoffverbrauch, die Länge der Start- und Landungsstrecken sowie das Gleichgewicht der Maschine aus, betont die SAS in einem Brief an das dänische Luftfahrtsamt.

Die europäischen Sicherheitsbehörden haben vor zehn Jahren das Durchschnittsgewicht eines männlichen Passagiers samt Mantel und Handgepäck auf 88 Kilo festgelegt. Eine Frau soll 70 Kilo wiegen. Die Kontrollwiegungen der SAS ergaben aber, dass die Reisenden im Durchschnitt drei Kilo mehr auf die Waage bringen.


Differenz von 1000 Kilo

Außerdem schleppen die Passagiere immer größere Mengen an Gepäck mit in die Kabine. Ein schwereres Flugzeug aber verbraucht mehr Treibstoff und benötigt längere Rollbahnen. „Es ist in Hinblick auf die Sicherheit nicht zu verantworten, wenn bei einem Flug Differenzen von mehr als tausend Kilo zwischen Vorgabe und Wirklichkeit entstehen“, sagt SAS-Vizepräsident Tomas Linden.

Die SAS will nun erneut 20.000 Passagiere auf die Waage bitten, um ein realistischeres Bild des modernen Reisenden zu geben. Und hofft, dass andere Luftlinien in Europa diesem Beispiel folgen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2007)