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Sportbekleidung: Nike kauft Umbro

AP
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US-Konzern will mit Übernahme um 408 Mio. Euro Erzrivalen Adidas im Fußballgeschäft überholen.

Atlanta (Bloomberg/Reuters/go). Als Englands Nationalteam vergangenen Mittwoch auf dem Moskauer Plastikrasen gegen Russland 1:2 verlor, verdrückte wohl auch mancher Aktionär des englischen Herstellers von Fußballausrüstung Umbro heiße Tränen.

Nach dieser Niederlage ist es nämlich ziemlich sicher, dass Englands Team im Sommer 2008 nicht an der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz teilnehmen wird. Darum werden die Fans der Equipe noch weniger England-Jerseys kaufen. Und das wird den Gewinn der 1924 gegründeten Firma, die auch das schwedische und das norwegische Nationalteam sowie sechs Clubs der englischen Premier League ausstattet, stark senken. Denn Umbro ist laut Analysten zu stark vom Verkauf der England-Jerseys abhängig. Als die Firma Anfang September bekannt gab, dass heuer nur ein Drittel der geplanten Menge dieser Trikots verkauft würden, brach der Aktienkurs um 18 Prozent ein.


Fußball: Fünftel am Nike-Umsatz

Knapp danach kamen Gerüchte auf, dass Umbro übernommen würde. Am Dienstag gab US-Konkurrent Nike bekannt, Umbro um 285 Mio. Pfund (408 Mio. Euro) zu kaufen. Das Angebot wird vom Umbro-Management unterstützt und dürfte den Schmerz der Aktionäre über das Versagen der englischen Kicker lindern. Denn sie erhalten 61 Prozent mehr pro Aktie, als diese am 17. Oktober wert war.

Umbro passt perfekt zu Nikes Strategie, den vor allem in Asien stark aufstrebenden Fußballmarkt zu dominieren und Erzkonkurrent Adidas rechtzeitig vor der in Südafrika stattfindenden Weltmeisterschaft 2010 zu überholen. Nike erzielt rund ein Fünftel seiner Umsatzerlöse mit Fußballartikeln. Zuletzt waren das 3,1 Mrd. Dollar – 35 Mal mehr als im Jahr 1994, als die WM in den USA stattfand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2007)