Fremdwährungskredite verlieren an Attraktivität, die Vorteile seien auf Grund verschiedener Entwicklungen auf den Finanzmärkten weitest gehend ausgereizt, erklärte Peter Zöllner, Mitglied des Direktoriums der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) beim diesjährigen Kongress der Europäischen Bausparkassenvereinigung in Prag. Er wies auch auf mit Fremdwährungskrediten verbundenen Risiken hin.
Nachdem sich der Zinsabstand, insbesondere zwischen dem Schweizer Franken - jener Währung in der der Großteil der FW-Kredite aufgenommen wurde - und dem Euro, kontinuierlich reduziert und auch die Volatilität der Kurse auf den Devisenmärkten deutlich zugenommen hat, verliere das Instrument eines Fremdwährungskredits zunehmend an Attraktivität, so Zöllner laut einer Pressemitteilung der Nationalbank. Fast ein Viertel der Verschuldung der österreichischen Haushalte (141 Mrd. Euro) entfiel zu Jahresmitte 2007 laut OeNB-Daten auf Fremdwährungskredite (33,3 Mrd. Euro).
Rund 84 Prozent der Fremdwährungskredite an Private Haushalte seien endfällig, so Zöllner. Dabei werden während der Laufzeit nur die Zinsen zurückgezahlt, das am Ende der Laufzeit fällige Kapital wird auf einmal fällige. 72 Prozent der endfälligen Fremdwährungskredite seien mit einem Tilgungsträgermodell versehen. Insbesondere ab 2012 werde es daher zunehmend zu Kapitalrückzahlungen kommen. Dies berge, so Zöllner, "gewisse" Risiken, da die Entwicklung der Renditen der Kapitalmarktinstrumente, die derzeit zum Teil unter den Erwartungen lägen, aus heutiger Sicht noch nicht abschätzbar seien. Zöllner rät daher, die damit verbundenen Risiken und Entwicklungen sowohl aus Sicht der Kreditnehmer als auch aus Sicht der Banken genauestens zu beobachten.
(APA)