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Bayern: Sexuelle Übergriffe und Misshandlungen in Polizeischule

EPA (Matthias Hiekel)
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Die bayrische Polizei ermittelt in den eigenen Reihen. In einer Hundeführer-Schule soll es zu sexuellen Übergriffen und sadistischen Handlungen gekommen sein.

Schwere Vorwürfe von Missbrauch und Erniedrigung bringen die Hundeführerschule in Herzogau in Verruf: Bei Abschlussfeiern sollen junge Polizisten von ihren Ausbildnern gezwungen worden sein, Urin und Mixturen aus Müll und Essensresten zu trinken. Polizistinnen hätten Hundehalsbänder tragen, auf allen Vieren gehen, bellen und Bier aus einer Schüssel am Schoß des Ausbildners trinken müssen. Das berichten die "Nürnberger Nachrichten". Manche der Frauen sollen sogar mit elektrischen Hundehaltsbändern trakiert worden sein. Beschimpft wurden sie als "Polizeischlampen, die lieber kochen lernen sollten, als Polizei spielen zu wollen." Auf zutiefst beleidigende Weise hätten Beamte Hundeführerinnen verspottet, etwa mit der Aussage, dass bei ihnen "das Arschloch am anderen Ende der Leine hängt."

Nach den schweren Vorwürfen gegen die Ausbildner hat es bereits erste personelle Konsequenzen gegeben. Das bayerische Innenministerium bestätigte am mittwoch, dass drei Beamte bis zur Aufklärung der Vorwürfe von der Hundeschule an andere Dienststellen versetzt wurden.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg wurde eingeschaltet. Die Polizei geht in ihrem Auftrag den Vorwürfen nach, der Präsident der Bereitschaftspolizei wurde beauftragt, die Vorwürfe zu überprüfen. Ein kompletter Ausbildungsjahrgang wird überprüft. Spätestens in einer Woche soll entschieden werden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Rätsel um Verfasser eines Briefes

Auslöser des Skandals ist ein achtseitiger Brief, der den "Nürnberger Nachrichten" vorliegt. Wer diesen verfasst hat, ist nicht bekannt. Die Vorwürfe seien aber so konkret, dass wahrscheinlich nicht alles erfunden ist, sagte Bayerns Innenimister Joachim Herrmann. Helmut Wolf, Sprecher der Polizeibereitschaft bestätigt das gegenüber "Spiegel Online": Die vielen Details, die in dem Brief beschrieben wurden, lassen den Schluss zu, dass er von jemandem stamme, der "Einblick in interne Strukturen" habe.

Auch von Prostituierten aus Tschechien wird in dem Brief berichtet, welchesich zwei Ausbildner in die Schule geholt hätten. Die Tiere wurden demnach ebenfalls gequält: Mit geschliffenen Hundehalsbändern und Würgeschlingen, sie sollen getreten und regelrecht verprügelt worden sein. Auch neonazistische Aussagen sollen an der Tagesordnung gestanden sein. Das Gebäude, in dem die Schule untergebracht ist, war im Dritten Reich eine Erholungs- und Fortbildungsstätte der SS - darauf sollen die Ausbildner Bezug genommen haben.
(her)