SPORT TRIFFT WIRTSCHAFT. Beim „Presse“ Business Cup presented by Allianz vor Trogir in Kroatien begegneten einander führende Köpfe der Wirtschaft und die besten Segler, um sich sportlich zu messen und zu networken.
Er ist zur bedeutendsten Hochseeregatta Österreichs avanciert: der Business Cup, der bei seiner 14. Auflage so stark besetzt war wie noch nie, mit rund 80 Booten und mehr als 600 Seglern.
730 km von Wien entfernt im kroatischen Trogir ausgetragen, folgte Wirtschafts- und Sportprominenz der Einladung der „Presse“, die erstmals als Gastgeber der Traditionsregatta auftrat, um sich auf dem Wasser zu messen, ungezwungen von Bord zu Bord ins Gespräch zu kommen und bei der After-Race-Party Kontakte zu pflegen. „Presse“-Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer war es gelungen, für den erfolgreichen Stapellauf des „Presse“ Business Cups einen segelaffinen Presenting Sponsor ins Boot zu holen, die Allianz Versicherung.
Nur zwei Wettfahrten sollten über die Cup-Siege entscheiden, denn stark wehende Bora am ersten Wettfahrttag und wenig Wind an den beiden weiteren Tagen ließen nicht mehr Rennen zu. Dieser Umstand aber forderte die Skipper und ihre Crews umso mehr: Die Schwachwindspezialisten waren eindeutig im Vorteil, doch jeder Fehler wurde bestraft, jedes geglückte Manöver doppelt belohnt.
Krimi mit zwei Hauptdarstellern
Entsprechend groß war die Anspannung an Bord vor der zweiten, entscheidenden Wettfahrt: In der Klasse der Yachten mit Spinnaker gingen einigen Kapitänen – bedingt durch einen Winddreher im letzten Augenblick – die Boote durch: Allgemeiner Rückruf und neuerlicher Start waren die Folge.
Das Rennen selbst wurde zum Krimi mit zwei Mannschaften als Hauptdarsteller: Helmut Mayrs zehnköpfige Textilservice-Brolli-Crew hatte die erste Wettfahrt auf der First 47.7 gewonnen. Knapp vor Ferdinand Langs Team mit dem Burisch-Elektronik-Bauteile-Boot. Die elf Mann starke Besatzung, die an Bord der X50 deutsch-österreichische Freundschaft praktizierte, hatte hingegen in der zweiten Wettfahrt den Bug vorne – vor Helmut Mayr. Punktegleich wurde allerdings Ferdinand Langs Mannschaft zum Sieger erklärt, weil der letzten Wettfahrt dem Reglement gemäß mehr Gewicht zufällt. Der Elektronik-Spezialist war begeistert: „Wir wussten, dass wir Potenzial haben“, meinte er über die aus Geschäftspartnern und Freunden bestehende Crew, „dabei haben wir nur einen Tag trainiert.“
Ähnlich knapp fiel die Entscheidung in der Einheitsklasse der Salona 37-Yachten: Auf identem Material konnten Skipper und Mannschaft ihre seglerischen und sportlichen Leistungen 1:1 vergleichen. Auch die Kapitäne waren dieser Meinung: Michael Harand (Software Development Reichhart) und Robert Blecha (Blecha Installationen) meinten unisono: „Hier kann man sich unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten messen.“ Der Beste in dieser Wertung war Yachtcharter-Unternehmer Thomas Stelzl, der allerdings von einem technischen Problem der Steuerberater-Crew um Daniel Cesky profitierte und den Sieg mit bloß zehn Metern und einem Punkt Vorsprung rettete.
Vom Vize-Weltmeister gestoppt
Während in der Klasse ohne Spinnaker Denise Tiringer ihr Team mit zwei Wettfahrten souverän zum Gesamtsieg schipperte, verlief das Rennen in der Racer-Klasse deutlich enger. Vorjahressieger René Mangold mit dem Boot BMW Austria verfehlte Platz eins nur um wenige Sekunden. Die verpasste Titelverteidigung aber ist keine Schande: Seine Crew wurde nur von Richard Vojta vom Yacht Club Bohemia geschlagen. Das tschechische Team hatte sich zuletzt in Norwegen den Vize-Weltmeistertitel gesichert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2007)