Reges Interesse an Sammelklage gegen MEL

Der Prozessfinanzierer AdvoFin, der eine Sammelklage gegen Meinl European Land (MEL) vorbereitet, stößt auf reges Anlegerinteresse. "Jeden Tag melden sich bis zu 80 Leute", sagte AdvoFin-Chef Franz Kallinger am Freitag zur APA. Der größte Teil der Interessenten seien österreichische Privatanleger, die hohe Kursverluste hinnehmen mussten. Aber auch Anleger aus Deutschland hätten sich gemeldet.

Kallinger bestätigte einen Bericht des "WirtschaftsBlatts", der von mittlerweile 1.800 Interessenten spricht, die sich über die Internetseite "http://www.kursverlust.at" für die Sammelklage angemeldet haben. AdvoFin klagt auch für Anleger, die die MEL-"Aktien" (Zertifikate) verkauft und damit bereits Verluste realisiert haben.

Wie erinnerlich hatte die im britischen Jersey beheimatete Meinl European Land (MEL) knapp 30 Prozent der eigenen Anteilsscheine zugekauft. Nach dem Bekanntwerden der Transaktion war der Kurs von ungefähr 20 auf aktuell 9,23 Euro (Freitag 11.30 Uhr) abgestürzt. Untersuchungen der Finanzmarktaufsicht FMA und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wegen möglicher Verstöße gegen Börsegesetz bzw. Bankwesengesetz laufen.

Wann die Klage eingereicht wird, wollte Kallinger am Freitag ebenso wenig präzisieren wie die juristische Argumentation. Im wesentlichen werde die Klage damit argumentieren, dass die Aktionäre nicht gleich behandelt worden seien. Wie berichtet sind rund 40 Prozent der Aktien so genannte "Partly Paid Shares", von denen nur ein Bruchteil der Nominale tatsächlich eingezahlt worden ist. Für die Anwälte ist u.a. nicht nachvollziehbar, warum sich MEL zwar am Anleihenmarkt fremdfinanziert hat, aber es nicht der Mühe wert gefunden hat, sich um die Einzahlung der ausständigen Aktien zu kümmern.

(APA)

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