Kreditkrise: Auch Morgan Stanley hat große Subprime-Verluste

AP
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Die US-Bank verliert 3,7 Mrd. Dollar, weist aber trotzdem Gewinn aus.

new york (Reuters). Jetzt haben die Subprime-Wirren die nächste große US-Bank erwischt: Die Kreditkrise schlägt bei der US-Investmentbank Morgan Stanley im vierten Quartal mit einer Gewinnminderung um 2,5 Mrd. Dollar (1,7 Mrd. Euro) zu Buche. Wegen Abschreibungen für das Engagement des Instituts auf dem Markt für zweitklassige Hypothekenkredite dürfte der Gewinn um diesen Betrag geringer ausfallen, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Insgesamt seien die Erträge im September und Oktober um zusammen 3,7 Mrd. Dollar (2,51 Mrd. Euro) geschmälert worden, dies könne sich jedoch vor dem Ende des Quartals in diesem Monat noch ändern. Die Geschäfte in den anderen Bereichen seien dagegen „solide“, hieß es weiter.

Morgan Stanley reiht sich damit in die Liste der Banken ein, die zuletzt wegen der US-Hypothekenkrise Milliardenbelastungen verzeichnen. Was mit steigenden Ausfallraten bei zweitklassigen Hypothekenkrediten in den USA begonnen hatte, führte zu weltweiten Turbulenzen. Allein in den vergangenen Wochen schrieben die Citigroup, Merrill Lynch und Morgan Stanley deswegen zusammen ungefähr 24 Mrd. Dollar ab. Die jüngste Milliarden-Belastung ist der erste größere finanzielle Rückschlag für Bankenchef John Mack, seitdem dieser 2005 an die Spitze des Unternehmens gekommen war.

Aktie legt nachbörslich zu

Die Morgan-Stanley-Aktie legte trotz der Mitteilung im nachbörslichen Handel zu. Einige Beobachter hatten eine größere Abschreibungssumme erwartet. „Morgan Stanley kann diesen Schlag aushalten“, sagte Sean Egan von der unabhängigen Ratingagentur Egan-Jones Ratings. „Von allen Spielern, um die wir uns Sorgen machen, steht Morgan Stanley auch nicht in der Nähe der Spitze.“ Allerdings hatten die Aktien der Bank in den fünf vorhergehenden Tagen um insgesamt knapp ein Viertel nachgegeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2007)

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