Die TV-Reform bringt einige Änderungen. Die Neuauflage von "Club 2" soll am 12. Dezember starten. Dafür wird "Help TV" überraschend eingestellt.
Die jüngste TV-Reform hat die ORF-Entscheider eines gelehrt: Ändere, was du willst, aber tu es ohne Getöse. Weshalb alle weiteren Adjustierungen sukzessive vonstattengehen und wortkarg bis gar nicht kommuniziert werden. Zumal in Zeiten dräuender Sparbudgets. Nach dem Aufschrei aus dem ORF-Radio, wo sich die Redakteure öffentlich und trotzig gegen ein 2,3-Millionen-Euro-Sparprogramm für das Jahr 2008 zur Wehr setzten, wartet man nun auf den Aufschrei aus dem ORF-Fernsehen.
Im ORF wird „überall geächzt“
Es werde „überall geächzt“, so ein hochrangiger ORF-Mitarbeiter im Gespräch mit der „Presse“. An den konkreten Budgets für das kommende Jahr werde aber noch gebastelt – bis kommende Woche. Die Zeit drängt: Der Stiftungsrat soll am 13.Dezember den Finanzplan absegnen, die Räte müssen vier Wochen vorher – also nächsten Donnerstag – darüber informiert werden.
Mit einem Sparkurs ist zu rechnen. ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser zur „Presse“: „Wir müssen massiv sparen.“ Ob es zu Personalsparmaßnahmen kommen wird, darüber ist derzeit nichts bekannt. Beim Zentralbetriebsrat sind bis dato keine diesbezüglichen Meldungen eingelangt.
Dafür kristallisierten sich am Donnerstag einige programmliche Neuerungen heraus: Der „Club2“-Nachfolger (ein Name wird noch immer gesucht) soll, wenn alles nach Plan läuft, am 12.Dezember nach der „ZiB2“ zum ersten Mal on air gehen. Wer moderiert, ist noch offen. Im Gespräch sind u.a. Ex-Informationsintendant Rudolf Nagiller und Kabarettist Werner Schneyder.
„Help TV“ mit Barbara Stöckl wird vermutlich am 14.November zum letzten Mal ausgestrahlt werden. Stöckls Vertrag läuft im Dezember aus – die Einstellung darf als Sparmaßnahme verstanden werden. Mit Stöckl, die am 28. 11. die „Licht ins Dunkel“-Gala moderiert, wird nun über ihr künftiges Engagement verhandelt. Oberhauser: „Wir möchten Stöckl auf keinen Fall verlieren.“
Statt „HelpTV“ wird – geplant ist ab 5.Dezember – das Bürgerforum mit Peter Resetarits unter dem Titel „Jetzt rede ich“ laufen. „Wir wollen bei Problemen, die von größerem Interesse sind, die Menschen vor Ort zu Wort kommen lassen“, so Oberhauser. Die Sendung werde „im Normalfall“ eine Stunde dauern, werde nicht aus einem Studio, sondern von wechselnden Schauplätzen gesendet und zu ein bis zwei Themen Pro und Kontra aufgreifen.
Im Zentrum: Mit Thurnher, ohne Waldner?
Auch bei „Im Zentrum“ gibt es Neuerungen: Ingrid Thurnher wird das Format künftig einmal im Monat moderieren. Mit Gabi Waldner hingegen werden derzeit Gespräche über eine Neuausrichtung geführt: „Sie ist mit ihrer Doppelrolle im Radio und Fernsehen nicht glücklich“, weiß Oberhauser.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2007)