Notierungen brechen auf breiter Front ein, kein Sektor bleibt vom Kursrutsch verschont.
New York (br). Die Wall Street hat in der vergangenen Woche angesichts der erneut stark eskalierenden amerikanischen Hypotheken- und Kreditkrise, der ungebremsten Talfahrt des Dollars sowie der weiter in Richtung auf 100 Dollar je Barrel marschierender Ölpreise massive Kurseinbrüche auf breiter Front verbucht.
Der Dow-Jones-Index verlor im Wochenschnitt 4,1 Prozent an Wert und gab auf 13.042,74 Punkte nach. Das war der schlimmste Rückschlag seit Juli. Der mit Technologieaktien voll gepackte Nasdaq-Index sackte sogar um 6,5 Prozent ab und hatte den höchsten Wochenverlust seit April 2002.
Die Wall-Street-Analysten erwarten am 11. Dezember beim nächsten US-Notenbanktreffen angesichts der ungelösten Kreditmarktprobleme, der sich deutlich abschwächenden US-Konjunktur und der Wall-Street-Kurseinbrüche eine zusätzliche Leitzinssenkung von 4,5 auf 4,25 Prozent und im kommenden Jahr weitere Abschläge.
Mit am schlimmsten traf es wie schon in den vergangenen Wochen die Finanzwerte. Neue Ankündigungen von Milliardenbelastungen oder erwarteten Problemen bei amerikanischen Groß- und Investmentbanken wie Citigroup, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Wachovia und Bank of America trieben die Finanzwerte weiter in den Keller.
Technologiewerte, die bisherigen Höhenflieger, waren die größten Verlierer. Die Anleger machten bei den Technologiewerten erst einmal Kasse. Auto- und Zuliefererwerte litten angesichts des General-Motors-Rekordverlusts von 39 Milliarden Dollar im dritten Quartal.
Börsianer zeigen auch für die kommende Woche Nervosität: Befürchtet werden weitere Verlust-Enthüllungen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2007)