„Szene“ dürfte eingestellt werden. Aus „Wie bitte?“ wird wiederum ein Wochenformat.
Am Wochenende ist Programmklausur. Da müssen die Direktoren Elmar Oberhauser (Info) und Wolfgang Lorenz (Programm) ihre Vorstellungen darlegen, wie sie das Programm umgestalten wollen. Und dabei auch noch Geld sparen – das TV-Sparpaket soll im zweistelligen Millionenbereich liegen. Was also tun? Dem Vernehmen nach steht das als Quotenköder für die Jungen eingeführte Society-Magazin „Szene“ vor dem Aus. Laut einem Bericht der Apa dürfte das Format, das in der Vorwoche nur zwischen 83.000 und 133.000 Zuschauer hatte, mit Jahreswechsel eingestellt werden.
Und noch eine Innovation für die Jugend wankt: Das Info-Magazin „Wie bitte?“ (wochentags, 17.45Uhr) soll einen neuen Sendeplatz erhalten und vermutlich in ein wöchentliches Format umgewandelt werden. Derzeit wird die Sendung nach der „ZiB24“ wiederholt – und hat an diesem nächtlichen Sendeplatz meist mehr Zuschauer als am Vorabend.
Weiters soll bei Außenproduktionen, bei Übertragungen von Opern, Festivals, Galas und Gottesdiensten gespart werden, heißt es. Als Grund für das Sparpaket nennt Oberhauser „unglaublich hohe Aufwendungen“ im Sport sowie die Einführung von Handy-TV. ORF-Sprecher Pius Strobl nennt außerdem Gehaltssteigerungen bei stagnierenden Einnahmen.
Zu den Plänen um die Absetzung von „Help-TV“ meinte Strobl am Montag, Barbara Stöckl werde bis Februar 2008 „noch viermal auf dem Programm stehen“, danach werde sie sich „einem neuen Projekt widmen“.
TW1: „Sparpaket trifft uns nicht“
In vergleichsweise ruhigem Fahrwasser schippert TW1-Chef Werner Mück mit seinem Spartenkanal: „Das ORF-Sparpaket trifft uns nicht. Wir sind ein kommerzieller Spartensender und bekommen keine Gebührengelder.“ TW1 müsse für alle Leistungen des ORF, wie auch für Material aus dessen Archiv genauso zahlen wie jeder andere, erklärte Mück am Rande der Aufzeichnung einer neuen Sendung zur „Presse“. TW1 finanziere sich durch das Vermieten der Sendefläche (an den öffentlich-rechtlichen ORF-Spartensender Sport Plus, an Sportquiz und Astro-Show) – und kann sich mit dem neuen wöchentlichen Format „60plus“ Programm für nicht werberelevante Zielgruppen leisten. Aufgezeichnet wurde das am Montag im Studio in St.Marx. Bei der Premiere (heute, 15.05) hat Moderator Alfred Stamm u.a. Andreas Khol, den Präsidenten des Seniorenrates, zum Thema Pensionserhöhungen zu Gast.
„Es ist unser Vorteil, dass wir zwar ausgeglichen bilanzieren, aber für unsere Mutter, den ORF, keine Gewinne abwerfen müssen. Wir stehen auch nicht unter Quotendruck“, erzählt Mück. Der Marktanteil pendelt von 0,1 bis 0,3%. Mit der geplanten Gesetzesänderung (Medienbehörde, Medienförderung) soll TW1 in einen gebührenfinanzierten ORF-Spartensender umgewandelt werden. Sieben bis acht Millionen Euro Budget im Jahr braucht der Sender laut Mück: „Hängt aber davon ab, was gewünscht ist.“ Wiederholungen von ORF-Sendungen, Ausstrahlung von Archiv-„Schätzen“, (Live-)Übertragungen (z.B. von der Nestroy-Gala) sind drin. Sollen es auch Inszenierungen von Landesbühnen sein, werde man darüber noch reden müssen.
ORF-SPARPLAN
Der Budgetplan 2008 muss vom Stiftungsrat am 13.12. genehmigt werden. Im TV sollen die Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich liegen, beim Radio sind es 2,4 Mio..
TW1 kostet 7 bis 8 Mio. Euro jährlich, soll mit der Mediengesetz-Novelle zum öffentlich-rechtlichen Kanal werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2007)