Private Banking: Exklusive Anlage für Millionenbeträge

Credit Suisse öffnet Private-Banking-Niederlassungen in Wien und Salzburg.

WIEN(cim). Wer ein Vermögen von mehr als einer halben Mio. Euro besitzt, und dieses via Private Banking in Österreich anlegen möchte, kann es ab sofort zur Credit Suisse tragen. Die Schweizer Bank öffnet in Salzburg und Wien Niederlassung zur exklusiven Vermögensverwaltung. „Von Österreich aus wollen wir Private, Unternehmer, vermögende Deutsche und Kunden aus Zentral- und Osteuropa ansprechen“, sagt Michael Rüdiger, Private-Banking-Chef der Credit Suisse für Deutschland, Österreich und Luxemburg.

In Österreich gebe es, so Rüdiger, 200.000 Haushalte mit einem liquiden Vermögen von mindestens einer Mio. US-Dollar. Diese seien die Zielkunden der Anbieter von Private Banking.

100 Mrd. bei Privatbanken

Insgesamt sind bei Privatbanken in Österreich 100 Mrd. Euro angelegt, heißt es von der Schoellerbank, einer der größten heimischen Privatbanken. Der Anteil ausländischer Anleger daran ist nicht bekannt. Beim Private Banking der Schoellerbank ist man schon mit 70.000 Euro dabei: „Innerhalb eines überschaubaren Zeitraums sollte es schon mehr werden“, sagt Schoellerbank-Sprecher Rolf Reisinger. Die Privatbank verwaltet sieben Mrd. Euro von 27.000 Kunden.

Die Bank Gutmann, von Rüdiger als österreichischer Hauptkonkurrent der Credit Suisse genannt, ist deutlich exklusiver: Das Mindest-Investitionsvolumen liegt bei 2,5 Mio. Euro. Vor allem Unternehmer und Unternehmerfamilien legen ihr Geld bei Gutmann an, erklärt Matthias Albert, Mitglied des Managements und Partner bei der Privatbank. „Bei diesen steht die Werterhaltung im Vordergrund“, sagt Albert.

Seine Kunden wünschen Sicherheit und geringe Kursschwankungen. Die Ansprüche der Kunden seien sehr individuell, daher lohne sich Private Banking erst ab hohen Summen, sagt Albert. Die Credit Suisse will von Wien und Salzburg aus auch vermögende Deutsche, mit Wohnsitz in Österreich ansprechen. So öffnet die Salzburger Niederlassung mit 16 Mitarbeitern, in Wien werden sich vier Berater um Anleger kümmern. Von Wien will die Credit Suisse osteuropäische Anleger erreichen. „Die zentrale Lage in Europa war entscheidend für den Standort“, sagt Rüdiger. Bis jetzt ist die Landkarte der Bank ostwärts von Wien bis Kiew und St. Petersburg leer.

„Riesengroßes Marktvolumen“

Das Marktvolumen sei im gesamten Osten „riesengroß“, bestätigt Karl Petrikovics, Vorstandsvorsitzender der Constantia. „Wien wird als Anlage-Standort immer beliebter“, sagt er. Besonders österreichische Stiftungen seien attraktiv für Osteuropäer. „Noch ist die Zahl der Investoren aus dem Osten überschaubar“, sagt Petrikovics. Zudem laufe Österreich der Schweiz als Anlegerland langsam den Rang ab.

Bei Constantia kann übrigens jeder, der mehr als eine Mio. Euro flüssig hat, sein Geld anlegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2007)

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