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Gewinnbeteiligung: Betriebe würden zehn Prozent vom Gewinn auszahlen

Arbeitnehmer glauben, dass Firmen keine Mitarbeiterbeteiligung wollen. Betriebe sind aber nicht abgeneigt.

Wien (b.l.). Dass Arbeitnehmer am Kapital oder Gewinn ihres Unternehmens beteiligt werden, kommt in Österreich noch nicht sehr oft vor. Etwa sechs Prozent der Arbeitnehmer sind am Kapital ihres Unternehmens beteiligt, zum Beispiel in Form von Aktien. Etwas häufiger gibt es Gewinnbeteiligungen und Prämien.

Die Skepsis gegenüber Mitarbeiterbeteiligungen ist groß: Ein Fünftel der Unternehmen glaubt, dass der Aufwand zu hoch wäre. Das geht aus einer Umfrage von EuroSearch im Auftrag des Wirtschaftsministeriums hervor. 36 Prozent der Firmen sehen rechtliche Unklarheiten, 56 Prozent haben sich noch nicht mit dem Thema befasst.

Die Mitarbeiter wiederum glauben, dass die Betriebe gar keine Mitarbeiterbeteiligung wollen: 44 Prozent der befragten Arbeitnehmer sind dieser Ansicht. Tatsächlich lehnt nur ein Fünftel der Unternehmen eine Mitarbeiterbeteiligung dezidiert ab. Die Studienautoren orten „mangelnde Kommunikation“.


Gewinn als Basis

Käme es zu einer Mitarbeiterbeteiligung, würde die Mehrheit Erfolgsbeteiligungen gegenüber Kapitalbeteiligungen vorziehen. Zwei Drittel der Unternehmer würden den Gewinn als Basis heranziehen. Das wäre aber nur für 39 Prozent der Arbeitnehmer wünschenswert: Ein Drittel würde den Umsatz heranziehen, was wiederum nur für sechs Prozent der Betriebe in Frage käme. Bei der Höhe einer möglichen Gewinnbeteiligung sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer dagegen einig: Die meisten können sich etwa zehn Prozent vorstellen.

Die Regierung hat angekündigt, Mitarbeiterbeteiligungsmodelle künftig stärker forcieren zu wollen. Die Befragten geben in diesem Fall Steuerzuckerln den Vorzug, einer gesetzlichen Verpflichtung kann man eher wenig abgewinnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2007)