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Putin

Die Zukunft des starken Mannes Russlands

03.01.2017 um 10:25
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Hauptbild • AP, Dmitry Astokkov
Dass der russische Präsident Wladimir Putin nach der Präsidentenwahl im März nicht mehr an der Spitze des Staates steht, wollen viele Russen nicht glauben. Allerdings macht Putin nur vage Angaben über seine künftige Rolle. Ein deutlicher Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl würde ihm das "moralische Recht" geben, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt eine einflussreiche Rolle beizubehalten, erklärte er. Dies lässt die Spekulationen blühen. Folgende Varianten sind im Gespräch: Putin künftig . . .
Dass der russische Präsident Wladimir Putin nach der Präsidentenwahl im März nicht mehr an der Spitze des Staates steht, wollen viele Russen nicht glauben. Allerdings macht Putin nur vage Angaben über seine künftige Rolle. Ein deutlicher Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl würde ihm das "moralische Recht" geben, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt eine einflussreiche Rolle beizubehalten, erklärte er. Dies lässt die Spekulationen blühen. Folgende Varianten sind im Gespräch: Putin künftig . . .
AP, Dmitry Astakhov
Putins Kreml-Partei Geeintes Russland siegte bei der Dumawahl am 2. Dezember erwartungsgemäß haushoch. Putin könnte daher Regierungschef werden.
Putins Kreml-Partei Geeintes Russland siegte bei der Dumawahl am 2. Dezember erwartungsgemäß haushoch. Putin könnte daher Regierungschef werden.
EPA, Antonia Cotrim
Eine neuerliche Amtszeit Putins ist eigentlich nicht möglich, da der Präsident das Amt laut Verfassung nur zweimal hintereinander ausüben darf. Allerdings ließe sich die Verfassung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament auch ändern.
Eine neuerliche Amtszeit Putins ist eigentlich nicht möglich, da der Präsident das Amt laut Verfassung nur zweimal hintereinander ausüben darf. Allerdings ließe sich die Verfassung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament auch ändern.
Reuters, Denis Syniokov
Der Vorsitzende des russischen Oberhauses, Sergej Mironow, deutete bereits an, dass es auch ohne Verfassungsänderung eine Möglichkeit für den Verbleib Putins an der Macht gebe. Es scheint eine Gesetzeslücke zu geben: Demnach dürfte Putin erneut kandidieren, wenn er vor Ende seiner Amtszeit zurücktritt und daher vor der Präsidentenwahl nicht mehr im Amt ist. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Rücktritt nach der Festlegung des Wahltermins erfolgt.
Der Vorsitzende des russischen Oberhauses, Sergej Mironow, deutete bereits an, dass es auch ohne Verfassungsänderung eine Möglichkeit für den Verbleib Putins an der Macht gebe. Es scheint eine Gesetzeslücke zu geben: Demnach dürfte Putin erneut kandidieren, wenn er vor Ende seiner Amtszeit zurücktritt und daher vor der Präsidentenwahl nicht mehr im Amt ist. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Rücktritt nach der Festlegung des Wahltermins erfolgt.
AP, Miska Japardize
Politologen können sich auch vorstellen, dass für Putin eine neue Rolle an der Spitze des Staates geschaffen wird. Demnach soll neben oder gar über dem Präsidenten eine weitere Führungsfigur das Land leiten. Wie genau dies aussehen soll, ist noch unklar. Von einer Art absolutem Herrscher, einem dualen Machtsystem zusammen mit dem Präsidenten oder eine Art geistlicher Führer wie Ayatollah Khamenei im Iran reichen die Spekulationen.
Politologen können sich auch vorstellen, dass für Putin eine neue Rolle an der Spitze des Staates geschaffen wird. Demnach soll neben oder gar über dem Präsidenten eine weitere Führungsfigur das Land leiten. Wie genau dies aussehen soll, ist noch unklar. Von einer Art absolutem Herrscher, einem dualen Machtsystem zusammen mit dem Präsidenten oder eine Art geistlicher Führer wie Ayatollah Khamenei im Iran reichen die Spekulationen.
Reuters, Alexander Naturskin
Spekuliert wird auch, dass sich Putin einen loyalen Nachfolger kürt. Hinter einem schwachen Präsidenten könnte Putin aus dem Hintergrund die Fäden ziehen. Am 10. Dezember sagt Putin, dass er Dmitry Medwedew unterstützen werde.
Spekuliert wird auch, dass sich Putin einen loyalen Nachfolger kürt. Hinter einem schwachen Präsidenten könnte Putin aus dem Hintergrund die Fäden ziehen. Am 10. Dezember sagt Putin, dass er Dmitry Medwedew unterstützen werde.
AP (Alexander Zemlianichenko)
Zuletzt hat die Initiative "Frauen von Wladiwostok" mit einer neuen Idee aufhorchen lassen. Auf Putin solle seine eigene Ehefrau, Ludmila Putina, folgen. Dies wäre die beste Garantie dafür, dass der von Putin eingeschlagene Kurs auch fortgeführt werde. Gegen diese Variante spricht allerdings, dass Putina im Gegensatz zu Hillary Clinton oder Cristina Fernandez de Kirchner über keine politischen Erfahrungen verfügt.
Zuletzt hat die Initiative "Frauen von Wladiwostok" mit einer neuen Idee aufhorchen lassen. Auf Putin solle seine eigene Ehefrau, Ludmila Putina, folgen. Dies wäre die beste Garantie dafür, dass der von Putin eingeschlagene Kurs auch fortgeführt werde. Gegen diese Variante spricht allerdings, dass Putina im Gegensatz zu Hillary Clinton oder Cristina Fernandez de Kirchner über keine politischen Erfahrungen verfügt.
EPA, Sergej Chrikov
Auch über einen Wechsel Putins in die Wirtschaft wurde spekuliert. Nahe läge da etwa ein Posten an der Spitze der Gazprom. Der Gasmonopolist ist aufgrund der Abhängigkeit vieler Länder von russischen Rohstoffen sehr mächtig. Und dass Geschäfte mit Rohstoffen Beziehungen zwischen Staaten auch beeinflussen können, hat etwa der russisch-ukrainische Gasstreit 2006 eindrucksvoll vor Augen geführt
Auch über einen Wechsel Putins in die Wirtschaft wurde spekuliert. Nahe läge da etwa ein Posten an der Spitze der Gazprom. Der Gasmonopolist ist aufgrund der Abhängigkeit vieler Länder von russischen Rohstoffen sehr mächtig. Und dass Geschäfte mit Rohstoffen Beziehungen zwischen Staaten auch beeinflussen können, hat etwa der russisch-ukrainische Gasstreit 2006 eindrucksvoll vor Augen geführt
AP, Dmitry Astakkov

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