ÖAK: „Presse“: Effektiv auf Käufer-Kurs

Die Presse (Bruckberger)
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Die heimischen Zeitungen legen leicht an Auflage zu.

Insgesamt zeigt der heimische Tageszeitungsmarkt ein Wachstum. Bis auf die „OÖ Nachrichten“ und die „Vorarlberger Nachrichten“ verzeichneten alle Zeitungen, bei denen ein Vergleich zum Vorjahr möglich ist, einen Zugewinn im Gesamtverkauf (Gesamtverkauf = Direkt- und Großverkäufe; Details siehe Grafik). Damit liegen die heimischen Zeitungen im internationalen Trend (2006 wurde international ein leichtes Plus eingefahren), jedoch im Widerspruch zur deutschen Entwicklung, wo im zweiten Quartal ein durchschnittliches Auflagenminus von 1,9Prozent registriert wurde.

Zulegen, wo es etwas bringt, abspecken, wo es von Vorteil ist. Mit dieser Strategie segelt die „Presse“ zu neuen Auflagen-Erfolgen und mehr Effektivität: Die Verkaufsauflage der „Presse“ (Gesamtverkauf) stieg laut der am Montag veröffentlichten Auflagenkontrolle (ÖAK) im Jahresvergleich seit dem 3.Quartal 2006 um 1298 Stück auf nunmehr 79.791 Exemplare. Damit liegt sie bei den Wiener Qualitätszeitungen nach wie vor vor dem „Standard“ (plus 1176 auf 73.727 verkaufte Exemplare).

„Zielgruppen-Marketing greift“

Die verbreitete Auflage der „Presse“ (Verbreitung = Gesamtverkauf plus Mitglieder- und Kundenexemplare plus sonstige Verbreitung) wurde hingegen weiter zurückgefahren – im Jahresvergleich um minus 1053 auf 95.973. Der Direktverkauf (= Einzelverkauf und Einzelabonnements) stieg um 1006 auf 65.353 Stück. „Die Zahlen beweisen, dass wir ein kontinuierliches Wachstum erzielen und unsere Zielgruppen-Marketingaktivitäten greifen“, meint Thomas Kreuzer, Leiter Lesermarketing/Vertrieb der „Presse“. Er verweist auf die Mischung aus „Innovation und Tradition“ – was auch die Fachwelt schätzt, wie die abermalige Zuerkennung eines Awards of Excellence (siehe Artikel unten) zeigt.

Weiterhin keine ÖAK-Daten liegen für die Mediaprint-Titel „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ sowie für die Blätter der News-Gruppe vor – sie haben mit der M.A.K. Neu eine eigene Auflagenmessung ins Leben gerufen (siehe nebenstehenden Artikel). Für die Zeitung „Österreich“, die erst am 1.September 2006 auf den Markt kam, gibt es keine Vergleichszahlen. Im 2.Quartal hat die Zeitung einen Gesamtverkauf von 163.877 Stück ausgewiesen.

Durchwachsen ist der Trend bei den Wochenzeitungen: „Furche“ (+1142 auf 15.303) und „NÖN“ (+601 auf 133.685) legten im Verkauf zu; verloren haben „NÖ-Rundschau“ (-1699 auf 10.244) und „OÖ-Rundschau“ (-5104 auf 101.601).

Magazine verlieren

Fast durchgehend negativ: Die Entwicklung der Magazine – was nichts mit dem Markteintritt von „First“ und „Madonna“ zu tun haben kann, der erst im September erfolgte. Dennoch: Außer dem „Gewinn“ (+5117 auf 66.563) verbuchten alle gemeldeten Magazine deutliche Einbußen, das „Seitenblicke Magazin“ verlor fast ein Drittel seiner Käufer (-18.075 auf 50.538). Auch „Die ganze Woche“ verlor an Verkaufsauflage (-8021 auf 320.886), ebenso die „ORF-Nachlese“ (-4967 auf 57.839).

FAKTEN ZUR ÖAK

Die Auflage gliedert sich u.a. in Druckauflage, Gesamtverkauf (Direktverkauf – Abos, Einzelverkauf – und Großverkauf), sonstige Verbreitung (stummer Verkauf am Wochenende, un-/entgeltliche Verbreitung).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2007)

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