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AvW-Gruppe nützt billige Aktien für Expansion

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Die börsenotierte AvW-Gruppe hat seine Anteile an RHI und C-Quadrat massiv aufgestockt. Die Schwäche der Börsen sei eine willkommene Gelegenheit dafür, sagt Chef Wolfgang Auer von Welsbach.

wien (eid). Es gibt auch Gewinner der Subprime-Krise und der Turbulenzen auf den Finanzmärkten: „Aktien sind sehr billig geworden, wir haben die Schwäche der Börsen für unsere Expansion voll ausgenützt“, berichtet Wolfgang Auer von Welsbach, Chef der gleichnamigen AvW-Gruppe. Das börsenotierte Beteiligungsunternehmen, das in Klein- und Mittelbetriebe im Bereich IT, Finanzdienste, Industrie und Rohstoffe investiert, hat in den vergangenen Wochen die Beteiligungen beim Fonds-Anbieter C-Quadrat, dem Feuerfestkonzern RHI und dem deutschen IT-Unternehmen Realtech teils massiv ausgebaut. Außerdem hat man mit einer Beteiligung an der russischen IT-Gruppe IBS erstmals einen Fuß nach Russland gesetzt.

„Bei C-Quadrat und der IT-Firma Cancom streben wir 2008 die Sperrminorität von 25,1 Prozent an“, kündigte Auer von Welsbach am Mittwoch an. C-Quadrat soll überdies von der Frankfurter an die Wiener Börse wechseln. Insgesamt hält die AvW jetzt Beteiligungen an 20 Unternehmen.


Wer kontrolliert die RHI?

Bei der RHI, wo die AvW ihren Anteil von drei auf sechs Prozent verdoppelt hat, peilt man zehn Prozent an, um „ein Gegengewicht zum anderen Großaktionär (Martin Schlaff, Anm.) zu bilden“. Mit Spannung wartet Auer von Welsbach auf das Ergebnis der laufenden Prüfung der Übernahmekommission. Sie soll entscheiden, ob Schlaff den Konzern kontrolliert, auch wenn seine Stiftung weniger als 30 Prozent an der RHI hält. Das Übernahmegesetz schreibt ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre erst ab 30 Prozent vor. Schlaff hat aber bei der letzten Hauptversammlung alle Beschlüsse dominiert und den Aufsichtsrat nach seinen Wünschen umgebildet. Wie auch immer die Kommission entscheidet – der Spruch habe wesentliche Auswirkungen auf alle Übernahmen, meinte Auer von Welsbach im Hinblick darauf, dass auch die AvW-Gruppe eine Übernahme plane.

Geld dafür hat der Investor genug: 2007 würden Bilanzsumme und Nettogewinn um gut 40 Prozent steigen. Die Eigenkapitalquote werde jedoch trotz Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe und der Erhöhung der Dividende nicht unter 95 Prozent sinken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2007)