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Studie: Fast alle Franzosen schlagen ihre Kinder

(c) Clemens Fabry
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87 Prozent der Erwachsenen in Frankreich bekennen sich laut einer Studie zur "gesunden Watschn". Die meisten Betroffenen wiederum meinen, die Schläge zu verdienen.

Neun von zehn Eltern in Frankreich geben zu, dass sie ihr Kind schlagen oder geschlagen haben. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Europäischen Familienunion (UFE) hervor. Die über zwei Jahre angelegte Studie zeigt, dass sich das Verhalten über drei Generationen kaum geändert hat.

95 Prozent der befragten Großeltern und Eltern sowie 96 Prozent der Kinder gaben an, daheim verprügelt worden zu sein. "Wir sind praktisch alle geschlagen worden", meinte UFE-Mitarbeiterin Marie-Francoise Sabellico. Die meisten seien dabei der Ansicht, dass ihnen die Schläge ganz recht geschehen, sagte Sabellico.

Franzosen gegen Verbot der Züchtigung

Mehr als die Hälfte der Franzosen sind dagegen, dass die körperliche Züchtigung verboten wird, so die Familienunion. Ein 47-jähriger Vater sagte der Tageszeitung "Le Figaro", er verstehe die Aufregung über die Schläge nicht. Eine "vernünftige" Tracht Prügel habe noch niemanden umgebracht.

Der gleichen Tageszeitung gegenüber meinte die französische Ärztin Jacqueline Cornet, körperliche Züchtigung sei immer schädlich für ein Kind, dies sei wissenschaftlich unumstritten. Die Ärztin gehört der Kinderschutzorganisation "Weder Prügel noch Ohrfeige" an. "Prügel sind nie zum Wohle des Kindes, sondern zur Erleichterung der Eltern", meinte sie weiter.

(APA/Red.)