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Brad Pitt steigt aus, und wer steigt dann schnell ein?

Wie sich das Besetzungskarussell von Hollywoods Starmaschinerie unter Streikdruck dreht: der aktuelle Film-Fall „State of Play“.

Als Brad Pitt im November unmittelbar vor dem Drehstart aus dem Politthriller State of Play ausstieg, begann sich das unter Druck des Autorenstreiks ohnehin überhitzte Besetzungskarussell Hollywoods noch ein wenig schneller zu drehen. Denn viele Stars sind zwar vorsorglich vertraglich verbucht bis nächsten Juni – da läuft der Vertrag mit der Schauspielergilde aus und man fürchtet den nächsten Protest. Doch einige Akteure haben nach Ausfällen wegen des derzeitigen Drehbuchstreiks nun wieder Zeit.

So nahm im Fall State of Play die Produktionsfirma Universal Pictures sofort Kontakt zu Russell Crowe auf. Dessen nächstes Projekt steht erst für März an: In Nottingham will Ridley Scott die Legende von Robin Hood aus der Sicht des Sheriffs erzählen. Sollte Crowe absagen, stehen andere Superstars zur Verfügung: Tom Hanks ist plötzlich frei, weil Angels & Demons, die Fortsetzung zum Da Vinci Codeverschoben werden musste: Akiva Goldsmans Drehbuch war dem Studio Sony bei Streikbeginn noch nicht ausgereift genug, jetzt muss auf die Überarbeitung gewartet werden. Der Starttermin des Films ist einstweilen von Dezember 2008 auf Mai 2009 verlegt worden.


Zeit wird knapp: bald nächster Dreh

Auch bei State of Play war es der Drehbuchstreik, der letztlich Pitts Aussteigen ermöglichte: Der Star war unzufrieden mit dem Buch, einer Adaption der erfolgreichen gleichnamigen BBC-Miniserie um einen Politiker, der in Intrigen gerät, durch Michael Carnahan (Von Löwen und Lämmern); also holte Universal Skriptdoktoren der Spitzenklasse, etwa Tony Gilroy, den Autor der Bourne-Filme, und Peter Morgan (The Queen). Wenige Tage vor Beginn des Autorenstreiks legten die Produzenten Pitt die letzte Fassung vor, mit Bitte um prompte Antwort.

Danach divergieren die Angaben, das Ergebnis bleibt aber dasselbe: Pitt habe Stunden nach Streikbeginn protestiert, sagt man auf Produzentenseite, im Umfeld des Stars heißt es, Pitt habe zwei Tage vorm Streik abgesagt, nach vergeblichem Versuch, noch einen Kompromiss mit Regisseur Kevin Macdonald (The Last King of Scotland) auszuhandeln.

Die Zeit wird jedenfalls knapp, zumal der Rest der Besetzung wartet, darunter Edward Norton, Robin Wright Penn und Helen Mirren. Diese etwa ist im Jänner für den Dreh zu Love Ranch verpflichtet – wenn der Drehstart von State of Playnicht bis Mitte Dezember erfolgt, wird sie als nächste nachzubesetzen sein. hub

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2007)