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Empfang bei Fischer: "Terrorverdächtiger" meldet sich zu Wort

Thomas Seifert
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Adel Doghman, der auf einer US-Liste von terrorverdächtigen Personen steht, weist jegliche Vorwürfe von sich. Von neuerlichen Ermittlungen gegen seine Person wusste er nichts.

Adel Doghman, der "Terrorverdächtige", der bei einem Empfang Bundespräsident Fischer die Hand schüttelte, hat sich nun zu Wort gemeldet. Der österreichische Verfassungsschutz hatte zweimal Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Beim ersten Mal wurden sie eingestellt, im Frühjahr dieses Jahres wurden sie wieder aufgenommen.

Doghmann sagte im "Ö1-Mittagsjournal", er habe von dem neuen Start der Ermittlungen nichts erfahren. Seit dem Beginn der neuen Ermittlungen im März habe sich die Behörde nie bei ihm gemeldet, er sei auch nie einvernommen worden. Er wisse auch nicht, warum gegen ihn ermittelt werde. Er erklärt: "Meiner Meinung nach ist es Druck vom Ausland."

Doghman lebt seit 1991 in Wien und ist einer der Gründer der Palästinensischen Vereinigung in Österreich (PVÖ). Die PVÖ steht seit einigen Jahren auf der so genannten OFAC-Liste, die das Finanzministerium der USA veröffentlicht. Auf dieser Liste werden Personen und Organisationen aufgelistet, denen die die USA terroristische oder anti-demokratische Aktivitäten vorwerfen, und die in den USA keine Bankgeschäfte machen dürfen. Auch das Konto der PVÖ wurde vor einigen Jahren vorübergehend gesperrt, erklärt Adel Doghman. Bei der Botschaft in Wien kannte man die Liste anscheinend nicht: Sowohl er persönlich als auch die PVÖ bekamen eine Einladung zum Fastenbrechen in die US-Botschaft.

Der PVÖ wird vorgeworfen, dass zumindest ein Teil ihrer gesammelten Spendengelder der Hamas und ihren terroristischen Unterorganisationen zugute kommt. Doghman stellt sich klar dagegen: "Kein Groschen geht zu terroristische Gruppen, sondern an bedürftige Kinder und Waisenkinder in die palästinensischen Lager im Libanon." Das könne er zu hundert Prozent garantieren. Mit den Spenden würden 900 Waisenkinder unterstützt, sagt Doghman, es würden Schultaschen gekauft und Suppenküchen in den besetzten Gebieten betrieben. Er erklärte, dass sich der Vorstand der PVÖ im Jahr 2003 sogar dem Verfassungsschutz die Liste der durch Spendengelder unterstützten Organisationen vorgelegt hat. Es wurde keine der Organisationen beanstandet.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hat auf die Aussagen Doghmans noch nicht reagiert. Es wird aber spekuliert, dass die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Doghman mit einer Anfrage des israelischen Geheimdienstes beim BVT zusammengefallen sein soll.

(AG/RED)