Konjunktur: Mehr Inflation, weniger Wachstum

OeNB: Die Österreicher sparen zu viel und die Regierung macht zu wenig Druck bei der Budgetkonsolidierung.

wien (ju). Weniger Wachstum, mehr Inflation: Darauf müssen sich die Österreicher im kommenden Jahr laut der jüngsten gesamtwirtschaftlichen Prognose 2007 bis 2009 der OeNB einstellen. Die österreichische Wirtschaft werde aber weiterhin deutlich stärker wachsen als die des übrigen Euro-Raums, sagte Nationalbank-Direktor Josef Christl am Dienstag bei der Präsentation der Prognose.

Konkret erwartet Christl für 2008 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, nach 3,3 Prozent in diesem Jahr. 2009 werde sich das Wachstum dann auf 2,3 Prozent abschwächen. Damit ist die Notenbank etwas pessimistischer als zuletzt. Fest steht für Christl, dass der Höhepunkt des Konjunkturzyklus heuer überschritten worden ist. Kräftig expandieren wird – wegen explodierender Energie- und Nahrungsmittelpreise – nur die Inflation: Nach 2,1 Prozent im laufenden Jahr wird die Teuerung im kommenden auf 2,4 Prozent klettern.

Dafür wird die Arbeitslosenquote im nächsten Jahr noch einmal leicht auf 4,2 Prozent absinken, um 2009 wieder auf 4,3 Prozent zu steigen.

Der private Konsum hinkt weiter deutlich hinter dem Wirtschaftswachstum nach, dafür ist die Sparquote mit mehr als zehn Prozent extrem hoch. Kritik übt die OeNB am Budget: Zwar werde die Staatsverschuldung auf 57 Prozent des BIP sinken, das Budgetdefizit gehe aber trotz sprudelnder Steuereinnahmen nur sehr langsam zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.12.2007)

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