Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Nach IKB-Pleite: Entlassene Manager erhalten Erfolgsprämien

(c) AP (Frank Augstein)
  • Drucken

Die angeschlagene IKB-Bank kämpft ums Überleben. Ihre Ex-Vorstände verspekulierten gewaltige Summen - und kassieren nun weiter ab. Auch Schadenersatz-Forderungen müssen sie nicht fürchten.

Die wegen gewaltiger Fehlspekulationen entlassenen Vorstände der IKB Deutsche Industriebank werden nicht für die Verluste haften müssen, berichtet die deutsche Wochenzeitung "Zeit". Noch bis zum Ende des Jahres erhalten die Manager ihr Gehalt von der Bank, berichtete die Zeitung aus dem Umfeld des Aufsichtsrates. Ein Sprecher der Bank wollte zu dem Bericht keinen Kommentar abgeben, dies sei Sache des Aufsichtsrates.

Kein Selbstbehalt für Ex-Vorstände

Die Vorstände haben laut "Zeit" für das im März beendete Geschäftsjahr 2006/2007 neben ihren Fixgehältern sogar hohe Erfolgs-Prämien erhalten. Der Aufsichtsrat unter Vorsitz des früheren E.ON-Chefs Ulrich Hartmann sieht demnach nach einer rechtlichen Prüfung keine Möglichkeit, das Geld zurückzufordern. Im Falle von Ex-Bankchef Stefan Ortseifen handele es sich um eine Million Euro.

Auch vor Schadenersatzansprüchen müssen sich die ehemaligen Bankvorstände nicht fürchten. Die IKB habe für sie eine Manager- Haftpflichtversicherung abgeschlossen und sich dabei nicht an die Empfehlungen der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) gehalten, berichtet "Zeit". Diese Regeln sähen vor, dass bei derartigen Versicherungen ein angemessener Selbstbehalt für die Manager vereinbart werde. Die Vorstände müssten dann für einen Teil der von ihnen angerichteten Schäden aufkommen. Bei der IKB entschieden sich die Verantwortlichen aber für eine Versicherung ohne jede Eigenbeteiligung.

Erstes deutsches Kreditkrisen-Opfer

Die IKB war Ende Juli als erste prominente Bank in Deutschland Opfer der Krise auf dem US-Markt für zweitrangige Hypothekenkredite (Subprime) geworden. Vorstandschef Stefan Ortseifen musste seinen Hut nehmen, wenige Tage später trat auch Finanzvorstand Volker Doberanzke zurück. Die gesamte deutsche Kreditwirtschaft beteiligte sich an der Rettungsaktion und verständigte sich darauf, einen Verlust von maximal 3,5 Mrd. Euro zu tragen. Größter Anteilseigner der IKB ist die staatliche Förderbank KfW, die rund 38 Prozent der Anteile hält. (Ag.)