Experte empfiehlt Bonds als „Beimischung“.
Wien (cjd). „Unter dem Strich wird es für den ATX ein Null-Jahr werden“, sagte der Chefanalyst der heimischen UniCredit kürzlich. Der Ausblick für das kommende Börsenjahr fällt bei den meisten Analysten düster aus. Auch international sind die Aussichten nicht allzu rosig. Die USA stehen kurz vor einer Rezession, meinen unter anderem die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley, Auswirkungen auf Europa und Asien werden befürchtet.
Wie sollen Investoren auf das geänderte Umfeld reagieren? Sind Anleihen ein probates Mittel, um die prognostizierte Schwäche an den Aktienmärkten zu durchtauchen? „Wir empfehlen einen Anleihen-Anteil am Gesamt-Investment von 25 bis 50 Prozent“, sagt Michael Hasenstab von Franklin Templeton Investment. „Als Ergänzung und Absicherung zu Aktien-Investments“, so der Experte. Mit seiner Anlagestrategie konnte Hasenstab bereits mehrere internationale Preise gewinnen.
„Aktiv“ bei Staatsanleihen
Er setzt dabei auf aktives Fondsmanagement. Und auf Staatsanleihen abseits von Eurozone und USA. Größter Anleihenfonds des Finanzinvestors ist der Franklin Templeton Global Bond Fund. Mit einem Volumen von über acht Mrd. US-Dollar konnte er in den vergangenen drei Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,20 Prozent erzielen. Für einen Anleihenfonds ein beachtliches Ergebnis. Das Geheimnis dahinter: Staatsanleihen in Entwicklungsländern. Zwar dürfe man sich vom politischen Sperrfeuer nicht irritieren lassen, dafür seien die Renditen aber auch deutlich höher. Die Bonität des Franklin Templeton Investment-Fonds liegt dennoch bei „Single A“. Und zwar „rein durch Investments in Staatsanleihen und Supranationals, also Organisationen wie Weltbank oder IWF, Unternehmensanleihen sind im Risiko nicht enthalten“, versichert Hasenstab.
Positiv auf die Chancen von Anleihenfonds könnten sich interessanterweise weitere Zinssenkungen der US-Notenbank auswirken. Hasenstab erwartet sich davon etwa Impulse für Mexiko und andere Entwicklungsländer der Region. Für die Anleihen-Kurse dieser Länder seien fallende Zinsen insofern positiv, weil ältere, höher verzinste Anleihen dadurch tendenziell steigen.
AUF EINEN BLICK
Anleihen sind in Zeiten volatiler Aktienmärkte eine alternative Absicherung. „25 bis 50 Prozent Beimischung“, empfiehlt Michael Hasenstab von Franklin Templeton Investment. Von ihm gemanagte Fonds zeichnen sich durch aktives Management und weltweite Investments aus.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2007)