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Wendelin Schmidt-Dengler ist "Wissenschafter des Jahres 2007"

Schmidt-Dengler zu Gast in
ORF (Hans Leitner)

"Ich bin nicht schuld, sondern die Medien", sagt der wortgewandte Germanist. Der Preis wird an Wissenschafter vergeben, die ihre Arbeit für die Öffentlichkeit verständlich machen.

Der Germanist und Literaturwissenschafter Wendelin Schmidt-Dengler ist Österreichs "Wissenschafter des Jahres 2007". Diese Auszeichnung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wurde dem 65-jährigen Vorstand des Instituts für Germanistik der Universität Wien und Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek heute, Dienstag, in Wien überreicht.

Mit der Auszeichnung wollen die Journalisten Forscher würdigen, die sich bemühen, ihre Arbeit und ihr Fach einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen und damit das Image der österreichischen Forschung zu heben. "Ich bin nicht schuld, sondern die Medien, die immer wieder angefragt haben", kommentiert Wendelin Schmidt-Dengler seine häufigen öffentlichen Auftritte im Gespräch mit der APA. "Ich habe mich einfach hingestellt und gesagt, was ich sagen wollte."

Von den Griechen zu Rapid

Von vielen Studenten geschätzt wird Schmidt-Dengler vor allem für die gleichen Eigenschaften, die ihn auch in der Öffentlichkeit so bekannt gemacht haben: Die Fähigkeit, seine wissenschaftliche Arbeit als aktuell relevant zu vermitteln, sei es in der Beschäftigung mit österreichischer Gegenwartsliteratur oder in der Wirkungsforschung der Antike - Schmidt-Denglers Hauptfach, in dem er promovierte, war immerhin Klassische Philologie.

Die Liebe zu Griechen und Lateinern ist ihm bis heute geblieben, von der Habilitation 1974 über die Wirkungsgeschichte antiker Mythologeme in der Goethezeit bis zu aktuellen Vorlesungen über den Vergleich von antiken und modernen Dramen weiß er Bezüge herzustellen. Und mit der EURO 2008 gibt es für den glühenden "Fußball-Fan" und bekennenden Rapid-Anhänger schon bald eine weitere langjährige Leidenschaft auszuleben.

Vortrag in Washington

Verbunden mit der Auszeichnung wurde erstmals eine neue Trophäe verliehen. Dabei handelt es sich um eine Skulptur aus Aluminiumschaum von Philipp Aduatz von der Universität für angewandte Kunst Wien. Der Entwurf dafür wurde im Rahmen eines vom Klub initiierten Studenten-Wettbewerbs an der Abteilung Industrial Design der "Angewandten" ausgewählt. In Kooperation mit der österreichischen Botschaft in Washington wird der "Wissenschafter des Jahres" zudem zu einem Vortrag in die US-Hauptstadt eingeladen.

Die Auszeichnung "Wissenschafter des Jahres" haben bisher u.a. der Philosoph Konrad Paul Liessmann (2006), die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb (2005), der Mathematiker Rudolf Taschner (2004), der Immunologe Josef Penninger (2003) und die Mikrobiologin Renee Schroeder (2002) erhalten.

(APA/Red.)