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"Konstruktive Brücke": Bush will Türkei in der EU sehen

(c) EPA (Kristoffer Tripplaar)
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Für den US-Präsidenten ist das Land Vorzeigemodell einer islamischen Demokratie. Ein EU-Beitritt sei im Interesse des Friedens, erklärt er.

Nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül hat sich US-Präsident George W. Bush für eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union stark gemacht. Ein solcher Schritt liege im Interesse des Friedens, sagte Bush am Dienstag in Washington. Die Türkei bilde eine "konstruktive Brücke" zwischen dem Westen und der islamischen Welt, sagte Bush am Dienstag in Washington. Das Land demonstriere, dass eine Demokratie mit einer "großartigen Religion wie dem Islam" möglich sei.

Bereits Anfang November hatte Bush Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen in Washington die Unterstützung der USA im Kampf gegen die PKK zugesichert und den Austausch von Geheimdienstinformationen angeboten. Präsidentensprecherin Dana Perino sagte vor dem Gespräch, Bush wolle mit Gül über eine "langfristige politische Lösung" sprechen. In die Gespräche müsse auch weiterhin die irakische Führung eingebunden werden, fügte sie hinzu.

Bush: PKK als "gemeinsamen Gegner"

Bush zufolge stellten beide Politiker in dem Gespräch ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Terroristen heraus. Ausdrücklich erwähnte der US-Präsident in diesem Zusammenhang die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK als "gemeinsamen Gegner" und erklärte, er unterstütze den Kampf der Türkei gegen die PKK-Rebellen. Die PKK sei ein "Feind der Türkei, sie ist ein Feind des Irak, und sie ist ein Feind der Menschen, die in Frieden leben wollen", sagte Bush. "Wir werden sie um des Friedens willen weiterhin verfolgen."

Allerdings haben auch die USA Vorbehalte gegen eine militärische Intervention der Türkei im Nordirak. Washington befürchtet, dass dies den Irak weiter destabilisieren würde. Für die USA ist die autonome Kurdenregion im Nordirak ein Stabilitätsfaktor in dem weiterhin instabilen Post-Saddam-Staat. Gegen ein militärisches Vorgehen der Türkei ist Washington auch deswegen, weil dies einen Präzedenzfall für andere Länder mit kurdischer Minderheit wie dem Iran setzen könnte. Die US-Regierung dringt auf eine diplomatische Lösung.

Gül selbst nannte die Beziehungen der Türkei zu den USA "wichtig" und erklärte, beide Länder würden weiterhin zusammenarbeiten, um Frieden, Stabilität und Wohlstand in aller Welt zu fördern. Diese Kooperation schließe den Kampf gegen die PKK ein. "Wir teilen eine gemeinsame Vision", sagte der türkische Präsident. Am Beginn der US-Intervention im Irak hatte es ein tiefes Zerwürfnis zwischen den beiden militärisch starken NATO-Partnern gegeben, weil das Parlament in Ankara den US-Truppen die Türkei nicht als Aufmarschgebiet zur Verfügung stellte. (APA/Red.)