Die größte Bank der USA will offensichtlich bis zu 24 Mrd. Dollar abschreiben und Stellen streichen. Möglicher Ausweg: Frisches Kapital aus Saudi-Arabien.
Die mit der Kreditmarktkrise kämpfende US-Bank Citigroup könnte einem Medienbericht zufolge bis zu 24 Milliarden Dollar (16,2 Mrd. Euro) abschreiben. Auch die Entlassung von 20.000 Mitarbeitern stehe zur Debatte, um Kosten zu senken, berichtete der Sender CNBC am Sonntagabend.
Es wird allgemein bereits erwartet, dass die Citigroup einen Quartalsverlust ausweisen und Stellen abbauen wird. Experten gehen zudem davon aus, dass die Dividende gekürzt oder ganz gestrichen wird. Darüber hinaus wolle Citigroup frisches Kapital einsammeln. Die Bank werde entsprechende Pläne bereits am Dienstag bei Bekanntgabe ihrer Quartalszahlen vorstellen.
Saudischer Prinz ist größter Einzelaktionär
In dem Bericht ist von 15 Milliarden Dollar die Rede, die von mehreren in- und ausländischen Teilhabern akquiriert werden sollen.
Der "Financial Times" zufolge soll ein Anteil von neun Milliarden Dollar von chinesischen Investoren kommen. Eine weitere Milliarde soll ein Staatsfonds aus Kuweit beisteuern.
Konkret wird in dem Zusammenhang auch der saudiarabische Prinz Alwaleed bin Talal genannt, der mit einem derzeitigen Anteil von vier Prozent größter Einzelaktionär der Bank ist.
Alwaleed hält seit den frühen 1990er Jahren eine Beteiligung an der Citigroup und war bereits an der Ausarbeitung eines früheren Rettungsplans Mitte der 1990er Jahre beteiligt.
Dagegen berichtet das "Wall Street Journal", Alwaleed werde seinen Aktienanteil weiterhin unter fünf Prozent halten wollen, um eine sonst fällige Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden zu vermeiden.
Verluste auch bei anderen
Citigroup nahm bereits vor wenigen Wochen Kapitalhilfe in Anspruch. Die größte Bank der USA willigte im Dezember ein, für 7,5 Milliarden Dollar einen Anteil von bis zu 4,9 Prozent an einen Staatsfonds in Abu Dhabi zu verkaufen.
Etliche anderen großen US-Banken sind im Zuge der Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt ins Straucheln gekommen und kämpfen mit gigantischen Verlusten. Ein Ausweg ist für viele, sich frisches Kapital zu besorgen.
So sicherte sich die Investmentbank Merrill Lynch im Dezember schon bis zu 7,5 Milliarden Dollar. Dazu stiegen bei dem Institut ein Staatsfonds aus Singapur und eine weitere Fondsgesellschaft ein.
Nach einer hohen Abschreibung von 15 Milliarden Dollar verhandelt Merrill Lynch derzeit wieder mit Investoren aus den USA, Asien und dem Nahen Osten, um in den kommenden Tagen etwa vier Milliarden Dollar zusätzliches Kapital zu erhalten.
Auch Morgan Stanley und UBS nahmen in jüngster Vergangenheit Kapitalofferten von Ölstaaten oder Regierungen aus Asien in Anspruch. (APA/Red)