Durch Rekordabschreibung als Folge der Immobilienkrise verzeichnet die größte US-Bank im vierten Quartal einen Verlust von 10 Milliarden Dollar. Börsen reagieren trotzdem erleichtert.
Für das abgelaufene vierte Quartal 2007 muss die US-Bank Citigroup den ersten Quartalsverlust seit ihrer Gründung vor zehn Jahren ausweisen: 9,83 Milliarden Dollar (6,60 Mrd. Euro). Darin seien 18,1 Milliarden Dollar Abschreibungen enthalten, teilte die größte US-Bank am Dienstag mit.
Obwohl der Verlust damit geringer ausfällt als zuletzt von Beobachtern befürchtet, rutscht die größte Bank der USA damit tief in die roten Zahlen. Die Einnahmen im vierten Quartal seien um 70 Prozent auf 7,2 Mrd. Dollar gesunken, teilte Citigroup mit.
"Eindeutig inakzeptabel"
"Unsere Quartalsergebnisse sind eindeutig inakzeptabel", kommentierte Citigroup-Chef Vikram Pandit die Zahlen. Das Geldhaus will den Problemen angesichts der Kreditmarktkrise mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket begegnen: Die Dividende wird drastisch von 54 auf 32 US-Cent gekürzt. Auch von den über 300.000 Mitarbeitern werden wohl einige das Unternehmen verlassen müssen - in Medienberichten ist von rund zehn Prozent die Rede.
Der ehemalige Citigroup-Chef Charles Prince musste wegen der negativen Zahlen im Zusammenhang mit der Immmobilienkrise bereits seinen Hut nehmen. Vikram Pandit, der neue Mann an der Spitze der einst größten Bank der Welt, will die Citigroup nun umbauen und Bereiche abstoßen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.
Auf der Suche nach Kapital
Zusätzlich ist das Geldhaus auf der Suche nach Investoren, um frisches Kapital zu akquirieren. Neue Großaktionäre sollen eine dringend benötigte Kapitalspritze von 12,5 Mrd. Dollar (8,4 Mrd. Euro) beisteuern - allein die Singapore Investment Corp., ein Staatsfonds aus Singapur, beteiligt sich mit 6,88 Milliarden Dollar an der Citigroup.
Als weitere Investoren werden genannt: Capital Research Global Investors, Capital World Investors, Kuwait Investment Authority, New Jersey Division of Investment und der derzeit größte Einzelaktionär, Prinz Alwaleed bin Talal von Saudi-Arabien. Das Emirat Abu Dhabi ist bereits letzten November mit 7,5 Milliarden Dollar eingestiegen.
Trotz der Rekordabschreibung reagierten die Börsen verhalten positiv: Weil die Abschreibung geringer ausgefallen war als zuletzt in den Medien spekuliert wurde, drehten die Aktien der Deutschen Bank und anderer europäischer Banken wie UBS und Credit Suisse ins Plus. (Ag./Red.)