Privatflug: Upgrade für Gusenbauer und Familie

(c) Gepa (Andreas Panzenberger)

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat sich dem Nachrichten-magazin ''profil'' zufolge einen Privatflug nach Bangkok per "Senator-Karte" upgraden lassen. Es besteht der Verdacht, dass er seine politische Funktion ausgenutzt hat.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) hat sich, seine Lebensgefährtin und seine Tochter bei einem Privatflug nach Bangkok von gebuchter Economy Class auf Business upgraden lassen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".

Dem Magazin zufolge hatte Gusenbauers Lebensgefährtin Eva Steiner für 20. Dezember des Vorjahres privat drei Tickets Economy Class nach Bangkok gebucht. Von dort wollte die Familie Gusenbauer zum Weihnachtsurlaub nach Vietnam weiter reisen. Kurz vor dem Abflug nach Bangkok ließ Gusenbauer die Tickets auf Business Class upgraden. Dazu verwendete der Bundeskanzler Gutscheine, die er als Inhaber einer Senator-Vielflieger-Karte der Austrian Airlines erhalten hatte.

Gusenbauers Büro wies gegenüber "profil" den Verdacht, der Kanzler habe Vergünstigungen aufgrund seiner politischen Funktion für private Zwecke missbraucht, zurück. Es handle sich um eine "private Senator-Karte", die der Bundeskanzler schon lange vor Amtsantritt besessen habe.

Die AUA unterscheide jedoch nicht zwischen "privaten" oder "amtlichen" Karten für Spitzenpolitiker, heißt es im "profil". Wie andere Regierungsmitglieder erhalte auch Gusenbauer als Inhaber einer Senator-Karte regelmäßig Upgrade-Gutscheine aus seinem Vielflieger- und VIP-Status. Deren allfällige private Nutzung obliege der Entscheidung des Kartenbesitzers. Auch sei es für einen Spitzenpolitiker überdies kaum möglich, die für den Senator-Status notwendigen 130.000 Flugmeilen pro Jahr ausschließlich als Privatperson zu sammeln.

Die Causa erinnert an die Ereignisse vor drei Jahren, als der damalige Finanzminister Grasser für seinen Flug mit seiner damaligen Freundin auf die Malediven zu Weihnachten 2004 den günstigen Tarif der Economy-Class gebucht hatte, aber in der teuren Business-Class Platz nehmen durfte. Die SPÖ forderte damals den Rücktritt des Finanzministers.

(APA)