Geldverbrenner
Die größten Verlierer der Finanzkrise
Bereits im Jänner haben wir die Rangliste jener Einzelpersonen erstellt, die riesige Vermögen vernichtet haben. Angesichts der Verluste oder sogar Pleiten ganzer Bankhäuser wirken ihre "Geldverbrennungen" allerdings fast winzig. Darum hier eine Übersicht, welche Finanz-Institute im Sog der Finanzkrise wie viel Geld verloren haben.
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Die einst führende Sparkasse der USA brach in der Finanzkrise endgültig zusammen. Sie wurde von JPMorgan Chase übernommen. Der Kaufpreis dürfte um die 1,4 Milliarden Euro betragen haben. In ihren letzten drei Quartalen verlor WaMu rund fünf Milliarden Dollar. Die Sparkasse verlor im vergangenen Jahr 99,63 Prozent ihres Börsewertes - rund fünf Milliarden.
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Die Bank of America hat als einer der Profiteure der Finanzkrise ihren einstigen Rivalen, Merrill Lynch, um 50 Milliarden Dollar gekauft. Zuvor musste Merrill rund 25 Milliarden Euro aus der Hypotheken- und Finanzkrise abschreiben. In ihrem letzten Quartal musste sie einen Verlust von 4,7 Milliarden, im letzten Jahr gar 19 Milliarden Dollar (13,5 Mrd. Euro) hinnehmen.
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Die einst viertgrößte US-Investmentbank musste Mitte September Insolvenz anmelden. Diese Pleite, die die US-Regierung als Signal nicht verhindern wollte, gilt als Stein, der die derzeitige Finanzkrise ins Rollen brachte. Die britische Barclays übernahm die Bankgeschäfte für läppische 176 Millionen Euro. Die Schulden von Lehman betragen rund 440 Milliarden Euro, an der Börse ist Lehman weniger als drei Milliarden wert.
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Die beiden Hypothekenfinanzierer stehen für rund 3,4 Billionen Euro an Hauskrediten. In der Hypothekenkrise mussten sie quasi verstaatlicht werden. Allein von April bis Juni verloren sie über zwei Milliarden Euro. Wie viel sie gesamt verloren haben, ist durch die Verstaatlichung nicht feststellbar, da der Staat viele "Ramschhypotheken" aufkauft.
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Schon im März wurde Bear Stearns um 236 Millionen Dollar (damals rund 160 Millionen Euro) von JP Morgan Chase übernommen. Im Februar musste Bear Stearns einen Gewinneinbruch von 79 Prozent auf 73 Millionen Euro hinnehmen.
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Britische Steuerzahler müssen für 63 Milliarden Euro Hypotheken und Kredite bürgen. Das Filialnetz wird um 770 Millionen Euro vom spanischen Bankriesen Santander übernommen. Seit Anfang 2008 hatte B&B rund 94 Prozent (4,5 Milliarden Euro) Börsewert eingebüßt.
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Die Verluste der Institute hatten meist "systemische" Gründe: Sub-Prime-Blase, kurzfristige Gewinnmaximierung etc. Allerdings stehen hinter diesen Verlusten auch Menschen. Und manche Wertpapierhändler haben sich als besonders ungeschickt erwiesen. Hier eine Rangliste von einzelnen Spekulanten, die riesige Vermögen vernichtet haben.
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Ein Händler der japanischen Investmentgesellschaft "Mizuho" wurde unter dem Synonym "fat-fingered" berühmt: Er sollte eine Aktie von J-Com um 610.000 Yen verkaufen. Er dürfte leicht legasthenisch sein oder nicht sonderlich geschickt mit seiner Tastatur umgehen können. Er verkaufte 610.000 Aktien um einen Yen. Der Verlust betrug umgerechnet rund 240 Millionen Euro.
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Der Währungsspekulant stand in Diensten der Allied Irish Bank. Er verschätzte sich bei der Entwicklung des japanischen Yen zum US-Dollar und verlor so rund 490 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren.
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Der Mann, der die Bank des Königs zerstörte: Die Barings PLC. Diese gehörte seit ihrer Gründung der britischen Königsfamilie. Leeson, einst gefeierter Star-Investor, setzte am 16. Jänner 1995 alles auf steigende Kurse in Tokio. In der Nacht suchte ein Erdbeben Kobe heim, die Kurse fielen - und Leeson hatte fast eine Milliarde Euro verloren.
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Rund 1,2 Milliarden Euro der Orange County Fonds verlor Robert Citron 1994. Er setzte darauf, dass die Leitzinsen der USA sinken würden. Leider stiegen sie und seine Derivate wurden wertlos.
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Der Fluch der Karibik lastet auf Wolfgang Flöttl und Helmut Elsner. Rund 1,3 Milliarden versanken durch risikoreiche Spekulationen im karibischen Ozean. Der Prozess läuft noch, wer wie woran Schuld ist wird sich hoffentlich zeigen. Aktuelles zum Prozess
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Einst kontrollierte er fünf Prozent des weltweiten Kupferhandels. Er wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem ihm Preismanipulationen nachgewiesen wurden. Er verlor rund 1,8 Milliarden Euro.
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Die französische Credit Lyonnais bereut ihre Geschäfte mit Paretti: Gesamt rund zwei Milliarden Euro soll er in den 1990ern mit faulen Krediten verspekuliert haben. Der Öffentlichkeit wurde er duch den missglückten Kauf der Metro-Goldwyn-Mayer Filmstudios 1990 bekannt.
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Sein Fond, LTCM, schaffte einst über 40 Prozent Rendite im Jahr mit Anleihenspekulationen. Bis er sich an Staatsanleihen aus Süd-Ost-Asien und Russland die Finger verbrannte: Er verlor in einem Monat rund 3,2 Milliarden Euro.
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Der Brite von Amaranth verlor rund 3,9 Milliarden Euro, da er zur falschen Zeit in Erdgas investierte.
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Nelson und William Hunt gingen schon 1988 in Konkurs. Sie hatten beim Crash des Silberpreises unglaubliche 4,4 Milliarden Euro verloren.
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4,9 Milliarden Verlust soll Kursmakler Jerome Kerviel seiner Bank Societe Generale bei eigenmächtigen Finanzgeschäften beschert zu haben. Zweifel an der Einzeltäter-Theorie mehren sich aber zunehmend.
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