Ärger um gestrichene freie Eintritte in Belvedere und KHM

Die Presse (Harald Hofmeister)
  • Drucken

„Katastrophe“, „Skandal“ – die Mitglieder der Freundesvereine von Belvedere und Kunsthistorischem Museum sind empört bis betrübt.

Mit Jänner wurde der gegenseitige freie Eintritt abgeschafft. Kurzfristig, was für den meisten Ärger sorgt. Gründe für das Ende dieser Kooperation, die seit Ausgliederung der Museen besteht, werden allerdings unterschiedliche angegeben.

Johanna Schönburg-Hartenstein, Präsidentin des KHM-Vereins mit über 5000 Mitgliedern, gibt als vorrangige Ursache die Technik an: Die neuen Belvedere-Mitgliederkarten sollen im KHM nicht lesbar sein. „Natürlich bedaure ich das. Aber jetzt muss sich eben jeder entscheiden, wo er Mitglied sein möchte. Wir zahlen gerne den Beitrag zurück, wenn es jemandem so nicht passt“, sagt die ehemalige Christie's-Wien-Chefin. Bis jetzt habe sie aber erst fünf, sechs Beschwerden: „Der Eintritt in KHM, Theatermuseum, Völkerkundemuseum, Schatzkammer, Neue Burg, Ambras – das ist doch wohl genug für 55€ Mitgliedsbeitrag im Jahr.“

Manfred Mautner Markhof, Präsident der 1700 Mitglieder umfassenden „Freunde des Belvedere“, möchte zu den vom KHM angeführten technischen Problemen keinen Kommentar abgeben: „Das KHM hat uns gekündigt, was wir sehr bedauern. Aber dort war man der Meinung, dass jeder seinen eigenen Weg gehen soll.“ Sein Vorschlag einer gegenseitigen „großzügigen Rabattierung“ wurde leider nicht angenommen, sagt er. So erhalten zurzeit die Belvedere-Mitglieder im KHM den normalen ermäßigten Eintritt. Während im Belvedere noch im Jänner eine Lösung gefunden werden soll – denn „bei uns gibt es viele verschiedene Ermäßigungen“, so Mautner Markhof. „Die Situation ist uns auch unangenehm.“ Zu einer neuen Kooperation wäre er „jederzeit bereit“.

Bei der kommenden „Tutanchamun“-Ausstellung im Völkerkundemuseum bekommen übrigens selbst KHM-Freunde keinen Gratiseintritt – „es gibt aber einen ermäßigten Tarif“, so Schönburg-Hartenstein.

Aus der Liste der KHM-Freunde gestrichen wurde übrigens auch der freie Eintritt ins Lipizzaner-Museum – allerdings aus vergleichsweise existenziellen Gründen, es ist nämlich seit 1.1. geschlossen. „Im letzten Jahr gab es zu wenig Besucher“, so KHM-Sprecherin Kubadinow. „Die Nachnutzung ist noch nicht klar, es ging immer um die Erhaltung der Alten Apotheke in der Stallburg.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2008)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.