Glücksspiel: Kein Jackpot in Südafrika

(c) GEPA (Mathias Kniep)
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Der Verkauf der Anteile am Gold Reef Resort wackelt. Die Finanzierung des Lotterien-Anteils der Bawag sei dennoch gesichert, heißt es.

Wien. Es sollte der größte Deal der Firmengeschichte werden. 200 Mio. Euro sollte der Verkauf der 21,7 Prozent am südafrikanischen Spielbankenkomplex Gold Reef Resorts (GRR) in die Kassen der Casinos Austria spülen. Das wurde Mitte August 2007 bekannt. Das Geld ist aber noch immer nicht geflossen. Einen Tag vor Ablauf der Frist für die Übernahme am 31. Jänner, ist klar, dass die Casinos Austria länger auf den Jackpot warten müssen oder er kleiner ausfallen könnte. Im schlimmsten Fall droht der Deal zu platzen, berichten südafrikanische Medien.

Auf jeden Fall muss der Glücksspielkonzern die Hoffnung begraben, den Verkaufserlös in der Bilanz 2007 zu verbuchen. Das wäre den Casinos aber sehr zupass gekommen: Allein der Kauf der Bawag-Anteile an den Lotterien kostet rund 330 Mio. Euro.

Vermutungen, dass es den Casinos an „Spielgeld“ mangeln könnte, tritt der Konzern vehement entgegen. „Eine Verzögerung ist kein Beinbruch“, sagt Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer auf „Presse“-Anfrage. Schließlich machen die Spielbetriebe in Südafrika Gewinne. Auch wenn die Verzögerung Kursverluste und damit einen geringeren Verkaufserlös verursachen würde, wäre dies kein Problem. Die GRR-Anteile wurden um nur drei Rand je Aktie erworben – „wir erzielen auf jeden Fall ein Vielfaches“. Und wenn das Geschäft tatsächlich platzt? „Wir brauchen das Geld nicht unbedingt für die Finanzierung des Kaufs des Lotterien-Anteils“, betont Himmelbauer. Es sei für die Expansion vorgesehen gewesen, die auch so betrieben werde.

Konkurrent legt sich quer

Grund für die Probleme sind massive Querschüsse des Gold-Reef-Konkurrenten Tsogo Sun gegen die Übernahme. Ein Konsortium rund um die größte südafrikanische Private Equity Gesellschaft Ethos, die Goldman Sachs und das Gold Reef-Management an Bord hat, hat 34 Rand (3,4 Euro) je Aktie geboten. Das entspricht einem Preis von rund einer Mrd. Euro.

Zuvor hatte Tsogo Sun 34,50 Rand pro Aktie geboten, war jedoch abgeblitzt. Daraufhin hat Tsogo Sun die zuständige regionale Glücksspiel-Behörde (Gautend Gambling Board) und die Wertpapieraufsicht (Securities Regulatory Panel) eingeschaltet. Der schwerwiegende Vorwurf von Tsogo betrifft eine Zahlung von zwölf Mio. Rand von Gold Reef an Maxim Krok, ihren Präsidenten und größten Aktionär, berichten südafrikanische Medien. Krok habe nämlich diese Summe nicht als „Dank“ für seine Dienste erhalten, sondern vielmehr dafür, dass er das Angebot von Ethos unterstütze, behauptet Tsogos Strategie-Chef Marcel von Aulock.

Jetzt sind die Behörden am Wort: Die Glücksspielbehörde lässt sich aber Zeit. Just am Donnerstag, zum Ende der Übernahmefrist, hat die Wertpapieraufsicht Hearings anberaumt. Insider gehen deshalb davon aus, dass die Frist für die Übernahme erstreckt wird. „Wir warten einfach ab“, sagt Casinos-Sprecher Himmelbauer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2008)

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