Verdacht auf Betrug und Insiderhandel bei Finanzunternehmen.
Washington (ag.). Die US-Immobilienkrise beschäftigt nun auch das FBI. Die Behörde hat Untersuchungen gegen 14 Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug und Insiderhandel aufgenommen. Welche Firmen davon konkret betroffen sind, sagte das FBI nicht, sondern sprach lediglich von landesweiten Ermittlungen gegen Hypothekenfinanzierer und Investmentbanken.
Der Vorwurf des Betrugs erstreckt sich auf mehrere Ebenen im Prozess der Verbriefung von Hypotheken zu Anleihen: Erstens geht es um die Frage, ob bei der Vergabe von Hypothekarkrediten deren Besicherung ausreichend geprüft wurde. Zweitens ermittelt das FBI, ob diese Hypotheken korrekt zu Anlage-Paketen zusammengefasst wurden. Dabei hätte jede Hypothek nur einem einzelnen Bündel zugerechnet werden dürfen.
Drittens wird untersucht, ob diese Anlage-Pakete, die als Anleihen ins Portfolio der Investmentbanken wanderten, wissentlich über deren wahren Wert verkauft wurden.
Was den Verdacht auf Insiderhandel betrifft, so untersucht das FBI vor allem Finanzinstitute, die im Zuge der Immobilienkrise bankrott gingen. Dort könnten Manager mit Immobilien-Papieren gehandelt haben, obwohl sie über deren bevorstehenden Wertverlust Bescheid wussten. Derzeit würden die Bücher der betroffenen Firmen geprüft, sagte Neil Power, Chef der FBI-Einheit für Wirtschaftskriminalität.
Auch die Börsenaufsicht ermittelt
Außerdem arbeitet das FBI mit der US-Börsenaufsicht zusammen. Diese prüft unter anderem, ob die US-Banken Morgan Stanley, Merrill Lynch und Bear Stearns ihre Immobilien-Papiere in deren Bilanz bewusst überbewerteten. Wegen der Kreditkrise mussten weltweit zahlreiche Banken Milliardensummen abschreiben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2008)