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Super Bowl: Touchdown für die Geldbörse

(c) GEPA
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New England und New York wollen das Spiel gewinnen. Wirtschaft, TV und Merchandising zählen nur ihre Dollars. Amerika gilt nicht umsonst als Land der Superlative.

PHOENIX (fin). Steht die Super-Bowl, das Finale der NFL-Footballer, auf dem Programm, werden laufend Umsatz-Rekorde vermeldet. Am Sonntag ist es wieder soweit und während sich (ab 23.30, ORF1) die New England Patriots mit den New York Giants messen, klopfen sich Wirtschafts-Bosse, TV-Chefs, Hotelbesitzer oder Merchandising-Händler auf die Schulter: Kein anderes Sport-Event wirft so viele Dollar-Millionen ab wie die Super Bowl.


2,7 Millionen für 30 Sekunden

Der TV-Sender Fox sicherte sich zum fünften Mal die NFL-Übertragungsrechte. Um neben Rekorden bei den Einschaltquoten – weltweit soll eine Milliarde Menschen das Spiel sehen – aus diesem Einkauf ein äußerst rentables Geschäft zu machen, wurde der Preis für Werbe-Einblendungen erhöht: 30 Sekunden kosten nun 2,7 Mio. Dollar. Die Werbekosten in der Berichterstattung belaufen sich somit auf 275 Mio. Dollar.

Dagegen sind die 900 Dollar (650 €), die ein Fan im „öffentlichen Verkauf“ für ein Ticket (75.000 wurden abgesetzt) hinblättern durfte, eine Okkasion. Der Schwarzmarkt erreichte gleichzeitig auch neue Sphären, zuletzt gab es „Last-Minute-Schnäppchen“: Von 2500 bis wahnwitzigen 19.000 Dollar. Das sind 13.000 € für ein Spiel, im Vergleich dazu hinkt die Fußball-Euro hinterher. Halbfinal-Karten gibt es momentan bei Ebay ab 2000 Euro.

Wer kein Ticket ergatterte, investierte eben in HDTV-Fernseher. Nach Schätzungen der Consumer Electronics Association sorgte die Super Bowl 2007 für einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar. Natürlich darf da in Amerika das passende „Junk-Food“ nicht fehlen. Der Umsatz von Snacks, Burgern, Limonade und Bier ist in der Bowl-Woche um 261 Mio. Dollar höher als in durchschnittlichen Einkaufswochen. Der Hit in Amerika waren 2007 übrigens ganz normale Tortilla-Chips – sie verzeichneten vor dem Spiel ein Plus von 29 % (13,4 Mio. $).

Selbst wenn es Stadien mit 150.000 Sitzplätzen gäbe, so ein Sprecher der National Football League, wäre es ausverkauft. Dabei reibt sich die Liga gewaltig die Hände: Bereits 1997 erzielte sie im Merchandising-Verkauf 125 Millionen Dollar. Heute soll sich diese Zahl bereits verdoppelt haben – der Online-Shop machte es möglich. Den Spielern wird es natürlich gedankt. Sieger erhalten pro Kopf 78.000, Verlierer 40.000 $.


New York – Phoenix: 3309 $!

Auch die Tourismusbranche will ihr Stück vom Bowl-Kuchen. „US Airways“ verlangte für das Economy-Ticket New York – Phoenix zuletzt 3309 $, „United“ (2450) gab es eine Spur billiger. Da an diesem Wochenende 125.000 Besucher in Phoenix erwartet werden, schossen auch Hotel-Preise in die Höhe: Im „Hampton Inn“ kostete die Nacht 799 $, das Doppelzimmer im „Residence Inn by Marriott“ dagegen nur 999 $. So mancher Einwohner von Phoenix bot sein Haus pro Woche für 10.000 Dollar an, „die billigste Nacht“ versprachen hingegen die Nonnen des Guadalupe Klosters für 250 $.

Volkswirte der Arizona State University schätzten 1996 den Impuls für den lokalen Bereich – vom Supermarkt bis zum Hinterzimmer – auf 306 Mio. Dollar. 2008 wird man sich, den Prognosen zufolge, über den wohltuenden Impuls von 500 Mio. Dollar freuen.

www.diepresse.com/superbowl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2008)