„Kärnten III“ – eine Sternstunde des Fernsehens. Knapp dahinter: die Löwinger-Bühne mit ÖVP-Besetzung.
Manche meinen ja, es gäbe rechten und linkenHumor, so wie es rechte und linke Sportarten (da der ländlich-bäuerliche Skisport, dort der städtisch-proletarische Fußballsport) gäbe. So weit wollen wir aber nicht gehen. Wir wollen lediglich zwischen boulevardeskem und feinsinnigem Humor unterscheiden. Zur ersten Gruppe gehören etwa der „Villacher Fasching“ und „Wir sind Kaiser“. Diese Art der Brachial-Komik finden viele Landsleute ja sehr lustig, wie die Quoten beweisen.
Wenden wir uns nun Gruppe zwei zu: „Die 4 da“ (Steinhauer, Maurer, Scheuba, Henning) sind wieder da. Feinsinniger Humor vom Feinsten. Die Freude ist allerdings getrübt: Die neuen Folgen sind erst in vierzehn Tagen zu sehen. Heute Abend wird nur die letzte Folge („Unterm Regenbogen“) der ersten Staffel wiederholt. Die war zwar nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wirklich sensationell war die „Kärnten III“-Folge: Familie Milosewitschnig bewältigt ihre Haider-Vergangenheit, dazu eine köstliche Persiflage auf diverse Hitler-Filme jüngeren Datums als Bonus-Track. Eine Sternstunde des österreichischen Fernsehens. Knapp dahinter im „Die 4 da“-Ranking: die Löwinger-Bühne mit ÖVP-Besetzung unterm Raiffeisen-Giebelkreuz. Und auf Platz drei: „Andre Hellers: Sozi, Sozi!“ Ein aufgelegter Elfer zwar, aber sehr elegant verwandelt.
Freilich, es war nicht alles ein Spaß. Es gab (zu) tiefsinnige Folgen wie jene über das Los der ORF-Gebühreneintreiber. Und völlig unlustige wie jene über die Eurofighter. Aber in Summe sind „Die 4 da“ das Herausragendste, was die Satire-Abteilung des ORF zu bieten hat. Und so können wir all jenen, die heute noch den „Villacher Fasching“ und „Wir sind Kaiser“ lustig finden, nur raten: Schauen Sie sich einmal „Die 4 da“ an! Am besten allerdings erst in zwei Wochen.
oliver.pink@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2008)