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Alaska: Wettkampf um arktisches Öl

Ölförderlizenzen vergeben, Umweltschützer klagen.

Ottawa (bra). Trotz Protesten von Umweltschützern und demokratischen Abgeordneten hat das US-Innenministerium am Mittwoch Lizenzen für Öl- und Gassuche in der Tschuktschen-See, einem Teil des Eismeeres, verkauft. Dabei wurde eine Rekordsumme von rund 1,8 Milliarden Euro gezahlt – so viel wurde noch nie für Förderlizenzen in Alaska geboten. Insgesamt gingen 667 Gebote für 488 Parzellen in dem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Alaska und Russland ein. Shell legte das höchste Angebot.

Während die einen von „historischen Resultaten“ sprechen, fällt das Urteil der Umweltschützer ganz anders aus. Denn dort, wo etwa 15 Milliarden Barrel Rohöl und zwei Billionen Kubikmeter Erdgas vermutet werden, leben Eisbären, Wale, Robben und Meeresvögel.


Eisbären-Entscheid verschoben

Sie fürchten nun um den Lebensraum der Tiere. Die ebenfalls zum Innenministerium gehörende Behörde „Fish and Wildlife Service“ hatte vor wenigen Wochen die Entscheidung, ob der Eisbär in die Liste bedrohter Tierarten aufgenommen werden soll, verschoben. Nach Ansicht von Umweltverbänden war dies rechtswidrig und geschah, um den Verkauf von Öllizenzen nicht zu gefährden. Sie kündigten eine Klage an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2008)