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Es lebe der Holzweg!

Der Bau- und Werkstoff Holz ist viel zu wertvoll, um nur verbrannt zu werden.

CO2-Sequestrierung, dieses hässliche Wort gilt vielen als „die“ Antwort auf den drohenden Klimawandel.

CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken werden dieser Technologie gemäß nicht in die Atmosphäre gepustet, sondern abgeschieden und dann tief in der Erde in alten, ausgebeuteten Öllagerstätten „endgelagert“, oder gar ganz tief ins Meer versenkt, wo sie angeblich, wegen des hohen Drucks, auch bleiben sollen.

Es gibt an dieser „Lösung“, welche das fossile Zeitalter verlängern soll, technische Zweifel ob ihrer Machbarkeit, und sie ist sehr teuer. Warum lassen wir nicht die Natur, die hunderte Millionen Jahre Zeit hatte, ihre „Technologien“ zu erproben, diese Arbeit machen?

Konkret: Der Wald bildet sich mittels des genialen Prinzips der Fotosynthese aus Kohlenstoff. Insofern ist jedes Möbelstück aus Holz, jeder Balken, jedes Holzhaus gespeichertes CO2.

Stahl und Zement, die derzeit global vorherrschenden Baustoffe sind in ihrer Produktion mit gewaltigen Treibhausgas-Emissionen verbunden. In den nächsten Jahrzehnten werden für rund drei Milliarden Menschen Häuser gebaut werden. Würde ein beträchtlicher Teil dieser aus Holz errichtet, welches aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, wofür es in Europa sehr gute Beispiele gibt, wäre das eine extrem intelligente Art der CO2-Sequestrierung.

Österreich gehört zu den technologischen Spitzenreitern bei der Holzverarbeitung. Trotzdem wird erst ein kleiner Bruchteil unsere Häuser aus Holz errichtet. Weder statisch, noch nach Brandeigenschaften stehen sie dem CO2-intensiven Trio Ziegel-Stahl-Beton nach. Holz erfreut sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung und hat sich längst vom rustikalen Image befreit.

Fachhochschulen, Universitäten aber auch einige sehr innovative Unternehmen haben in Österreich ein technisches Know-how gebildet, welches uns zu einem globalen Big Player des intelligenten Holzbaus machen könnte.

Möge China, wo alle paar Tage ein neues Kohlekraftwerk ans Netz geht, weiter an der fossilen CO2-Sequestrierung forschen. Österreich ist prädestiniert, diese natürliche Form der CO2-Speicherung, den großflächigen Einsatz von Holz als Baustoff nicht nur im Inland, sondern weltweit voranzutreiben.


chorherr.twoday.net

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2008)