Juli/August 2007:Die Kurse von Immobilienfirmen beginnen vor dem Hintergrund der Kreditkrise zu sinken – auch jener der Meinl European Land (MEL). Unangenehm für Julius Meinl V., der gerade die Meinl International Power an die Börse bringen will.
23. August: Die MEL-Teilhaber beschließen, dass der Vorstand eigene Anteilscheine von der Börse zurückkaufen darf. 82,4 Prozent der Stimmen hält ein Anwalt aus einer Meinl nahe stehenden Kanzlei. Später wird bekannt, dass MEL schon seit Monaten eigene Anteilsscheine zurückkauft.
Tags darauf: Der MEL-Kurs fällt an der Wiener Börse um 17 Prozent. MEL-Sprecher Francis Lustig nennt den Rückkauf „völlig sinnlos“ und tritt zurück.
29. August: Es wird bekannt, dass MEL 29,6 Prozent Anteile um 1,8 Mrd. Euro zurückgekauft hat.Julius Meinl V. gesteht „Kommunikationsfehler“ und verspricht: „Ab jetzt wird alles anders.“Mittlerweile ermittelt die Finanzmarktaufsicht, weil MEL Informationspflichten verletzt hat.
14. September: Es wird bekannt, dass die Meinl Bank über die „Meinl European Real Estate Ltd.“ auf Jersey und einen „Managementvertrag“ die MEL beherrscht. Zuvor war aufgeflogen, dass die MEL-„Aktien“ Zertifikate auf Aktien nach Jersey-Recht sind. Und die MEL an einer Briefkastenadresse auf der Kanalinsel sitzt.
9. Dezember: Julius Meinl erklärt, die Meinl European Land Real Estate Ltd. verkaufen zu wollen.
21. Dezember: MEL fliegt aus dem „Prime Market“ der Wiener Börse.
11. Februar: MEL startet mit 8,36 Euro in den Handelstag. Im August lag der Kurs bei rund 21 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2008)