ATX-Firmen schütten über 2,4 Milliarden aus

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Die Aktionäre der im Wiener Leitindex ATX notierten Unternehmen müssen zwar saftige Kursverluste hinnehmen, sie dürfen sich aber auf deutlich höhere Dividenden freuen.

wien (Reuters). Die österreichischen Blue-Chips werden laut Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2007 knapp ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor ausschütten. Insgesamt dürften sich die Dividenden auf gut 2,4 Mrd. Euro summieren, ein geschätztes Plus von 23 Prozent.

Keine Dividende zahlen werden Intercell und Bwin. Das Geschäftsmodell beider Unternehmen ist vorerst auch nicht auf die Ausschüttung von Gewinnen ausgelegt. Auch bei der AUA erwarten die Analysten keine Dividende.

Die größte Erhöhung dürfte bei Zumtobel anstehen, das Unternehmen legt auf die 2006er-Dividende rund die Hälfte drauf. Auf ein sattes Plus von 40 Prozent dürften Post-Aktionäre hoffen, was beim aktuellen Kurs einer Rendite von etwa 5,5 Prozent verspricht. In absoluten Zahlen werden der heimische Öl- und Gaskonzern OMV mit 351,3 Mio. und die Telekom Austria mit 346,4 Mio. Euro die höchsten Ausschüttungen durchführen.

Weniger Dividende dürfte es nur bei einem Wert geben: Von der A-Tec wird eine Kürzung der Ausschüttung erwartet. A-Tec lag im dritten Quartal deutlich hinter dem Vorjahr, kündigte aber dennoch mehr Gewinn an. Analysten sehen das weniger optimistisch als das Unternehmen selbst und rechnen mit einer reduzierten Dividende.

Während für die meisten ATX-Werte zahlreiche Analysten-Schätzungen vorliegen, gibt es für den Feuerfestkonzern RHI nur eine, die auf einen Euro je Aktie lautet.

Bei der Post und der Wiener Städtischen (Vienna Insurance Group) handelt es sich nicht um Schätzungen, die beiden Unternehmen haben bereits bekannt gegeben, wie viel sie für 2007 an ihre Aktionäre zahlen werden.

Auch deutsche Aktionäre kassieren mehr

Höhere Dividenden winken auch den Aktionären der 30 im deutschen Leitindex DAX enthaltenen Konzerne. Sie werden laut Analystenschätzungen für 2007 insgesamt 26,9 Mrd. Euro zahlen, ein Plus von 15,5 Prozent. „Dividenden-Kaiser“ ist die Deutsche Telekom, die mehr als 3,4 Mrd. Euro ausschütten wird. Mehr als zwei Mrd. Euro lassen sich E.On, Deutsche Bank sowie Allianz-Versicherung die Dividende für ihre Anteilseigner kosten. Leer ausgehen werden nur die Infineon-Aktionäre.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2008)

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