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Fußball: Trapattoni bestätigt Wechsel nach Irland

(Gepa Pictures/ Simon Hausberger)
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Seit Tagen gibt es Gerüchte um einen möglichen Abschied von Giovanni Trapattoni im Sommer. Heute kam die Bestätigung des Salzburg-Trainers: Ab Juni wird er Teamchef der irischen Nationalmannschaft.

Nach der Saison endet das Österreich-Gastspiel eines der erfolgreichsten Vereinstrainer weltweit: Giovanni Trapattoni bestätigte am Mittwoch, dass er seinen mit 30. Juni auslaufenden Vertrag bei Meister Red Bull Salzburg nicht verlängern wird. Ab Sommer wird er das Amt des irischen Teamchefs bekleiden. "Das ist eine große und neue Herausforderung für mich", meinte der 68-Jährige.

Trapattoni wird bei den Iren einen Zweijahresvertrag mit Option auf Verlängerung unterschreiben. Das Ziel der "Grünen Insel" ist die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Auf dem Weg dorthin wartet auf Trapattoni in der Qualifikations-Gruppe 8 unter anderem sein Heimatland Italien.

"Die Quali wird schwer, aber wir haben eine gute Chance", meinte "Trap". Ansonsten wollte er zu diesem Thema am Mittwoch nicht viel sagen.

"Konzentriere mich auf Mattersburg"

Trapattoni meinte vor dem Frühjahrsauftakt am Freitag daheim gegen Mattersburg: "Ich bin nach wie vor mit 100 Prozent Red-Bull-Trainer. Und ich konzentriere mich derzeit zu 100 Prozent auf Mattersburg." Ziel ist es, sich mit dem zweiten Meistertitel nach 2007 zu verabschieden. "Ein Titel als Abschiedsgeschenk für meine Bullen - das ist jetzt mein oberstes Ziel", meinte der "Maestro". Sein letztes Match in der T-Mobile Bundesliga wird Ende April in Altach stattfinden.

"Trap" schon im Mai auf der irischen Bank?

Eigentlich will der "Maestro" sofort nach Ende der Meisterschaft mit den Iren durchstarten: Am 24. Mai bestreitet sein neues Team ein Testmatch gegen Serbien. Doch der Vertrag mit Salzburg endet erst Ende Juni. Wer die Gehälter des Italieners für Mai und Juni übernimmt, wird erst geklärt. Zu diesem Thema stehen noch Gespräche mit Red Bull aus.

Erste Wechselabsichten 2007

Die ersten Abwanderungsgedanken hegte Trapattoni Ende Herbst 2007. "Da hatte ich das Gefühl, etwas anderes zu machen. Ein Trainer hat dieses Gespür und Gefühl. Dieses Gefühl hatte ich bereits bei Juventus, Inter, Bayern und Benfica. Für die Mannschaft ist es wichtig, mit einem neuen Trainer, eine neue Kultur und eine neue Mentalität kennenzulernen", meinte der Italiener.

"Bei Trap hat alles gepasst"

Die Mannschaft bedauerte größtenteils den Abgang des Startrainers: Niko Kovac meinte etwa: "Es gibt Trainer, die sind fachlich top. Andere haben wieder nur menschlich ihre Qualitäten. Bei Trap hat alles gepasst. Er hat in der Öffentlichkeit nie ein schlechtes Wort über uns Spieler verloren. Auch in Phasen, in denen es überhaupt nicht lief. Kritik gab es nur intern. Das habe ich in meiner langen Karriere nur ganz selten erlebt." Für den weiteren Saisonverlauf sieht Kovac kein Problem: "Weil Trap den Titel genauso will wie wir Spieler."

"Trap" will um Brady werben

Das Angebot der Iren erreichte Trapattoni laut eigenen Angaben "vor etwa zehn Tagen". Zum einen sei natürlich die Herausforderung entscheidend gewesen, zum anderen aber auch die zusätzliche Freizeit, die ein Teamchef-Posten mit sich bringt. Als Assistent will Trapattoni Liam Brady gewinnen, der allerdings noch bei Arsenal engagiert ist. "Aber wenn ich Arsene Wenger (Arsenal-Trainer, Anm.) frage, dann wird er ihn gehen lassen", ist sich "Trap" sicher.

Nachfolgerfrage ist offen

Das Rätselraten um den Nachfolger Trapattonis hat in der Mozartstadt bereits begonnen: Die wildesten Gerüchte von Jose Mourinho bis Marco van Basten kursieren. Salzburg-Sportdirektor Heinz Hochhauser meinte im Vorfeld, "Traps" Abschied würde ihn nicht unvorbereitet treffen. Fakt ist auf jeden Fall, dass die Entscheidung noch einige Zeit auf sich warten lassen wird. Eine Option ist auch Michael Streiter, der jetzige Assistent von Trapattoni. "Ich traue mir dieses Amt zu", meinte der Tiroler.

(APA)