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Inflation: Starker Preisanstieg ist teilweise „hausgemacht“

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Notenbank für mehr Wettbewerb und Preismonitoring. Ohne Budgetdisziplin wackelt die Steuerreform.

Wien (dom). Seit August 2007 hat sich der Preisauftrieb in Österreich deutlich verschärft. Diese Entwicklung ist zum Teil „hausgemacht“, sagte Josef Christl, Vorstandsmitglied der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Freitag vor Journalisten. So lag etwa die Energiepreis-Inflation im Dezember 2007 in Österreich bei 14 Prozent, in Deutschland unter zehn Prozent, in der Eurozone bei 9,2 Prozent und in Italien bei knapp sieben Prozent.

Ähnlich war die Entwicklung bei den Preisen für Nahrungsmittel und Industriegütern, die in Österreich zuletzt ebenfalls deutlich stärker zulegten als in den Nachbarländern oder im Euroraum. Generell steigen in Österreich die Preise deutlicher rascher als in den Nachbarländern: Noch im Dezember 2006 gab es in der Eurozone nur zwei Länder mit einer geringeren Inflationsrate als Österreich. Im Dezember 2007 lag Österreich in der Eurozone nur noch auf Rang acht, selbst Italien war preisstabiler als Österreich.

Die OeNB erwartet für heuer eine Jahres-Inflationsrate von 2,8 Prozent. Noch im Dezember war man von 2,4 Prozent ausgegangen. Im Jahresverlauf sollte der Preisauftrieb nachlassen, 2009 könnte die Teuerung auf etwa zwei Prozent sinken.

Zu den „hausgemachten Inflationsfaktoren“ zählt die Notenbank unter anderem die Erhöhung der Mineralölsteuer Mitte 2007. Als Preistreiber erwies sich vor allem der öffentliche Sektor, die Gebühren bzw. Preise für Müllabfuhr, Parken, Rezepte, Bahn, Post etc. seien überdurchschnittlich stark gestiegen.

Um die Inflation einzudämmen ist laut Notenbank mehr Wettbewerb – etwa bei Strom und Gas – ebenso notwendig wie das nun beschlossene Preismonitoring. Bereits geplante Gebührenerhöhungen sollten ausgesetzt werden. Das Budgetdefizit ist zu hoch und wirkt inflationstreibend, sagte Christl. „Wir sind besorgt, ob bei diesem Budgetkurs die Steuerreform 2010 wirklich leistbar ist.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2008)