Dienstleistungsexport floriert, Aktienabsatz ist deutlich eingebrochen.
Wien (red.). Der anhaltende Exportboom hat Österreich im Vorjahr erneut einen satten Überschuss in der Leistungsbilanz beschert: Nach Angaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) stieg dieser Überschuss gegenüber 2006 um 600 Mio. Euro auf 7,3 Mrd. Euro an. Der seit einigen Jahren bemerkbare Trend zu steigenden Leistungsbilanzüberschüssen habe sich damit erfreulicherweise fortgesetzt.
Besonders kräftig gewachsen ist nach OeNB-Angaben der Dienstleistungsexport. Allein in diesem Segment lag der Überschuss um fast zwei Mrd. Euro über dem Wert des vorangegangenen Jahres.
Besonders viel Geld floss im „grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäft“ ins Land. Und zwar hauptsächlich deshalb, weil österreichische Anleger ihre Investitionen im Ausland deutlich zurück gefahren haben, ausländische Anleger in Österreich aber fleißig weiter gekauft haben. Konkret: Die österreichischen Auslandsveranlagungen lagen mit 16,2 Mrd. Euro um 10,6 Mrd. Euro unter dem Vergleichswert, während die Veranlagungen von Ausländern in Österreich mit 30 Mrd. Euro fast das hohe Niveau von 2006 erreichten.
Angesichts der Börsenkrise wenig überraschend ist der deutliche Einbruch der Nachfrage nach Aktien und Investmentzertifikaten, die um satte 70 Prozent zurückging. Österreichische Anleger haben Aktien und Investmentzertifikate um 1,9 Mrd. Euro gekauft, ein Jahr zuvor waren es noch 7,3 Mrd. Euro gewesen. Im Ausland wurden österreichische Aktien und Investmentzertifikate um 2,5 Mrd. Euro abgesetzt, nach 8,5 Mrd. Euro im Jahr davor.
Praktisch ausgeglichen ist die Bilanz der Unternehmensbeteiligungen: Heimische Investoren haben 20,1 Mrd. Euro im Ausland veranlagt, während österreichischen Unternehmen aus dem Ausland 19,7 Mrd. Euro zuflossen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2008)