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Kommunikation: Arizona: Wo das Internet vom Himmel fällt

In den ländlichen Gebieten der USA könnten bald Ballons für Internet sorgen.

Chandler (mac). Im Süden der USA warten Millionen Amerikaner noch auf einen funktionierenden Internetanschluss. Es ist zu teuer, die dünn besiedelten Gebiete mit Kabeln oder Telefonmasten zu versorgen.

Eine mögliche Lösung für das Problem kommt von Jerry Knoblach. Er schickt mit seiner Firma Space Data täglich zehn Ballons 30 Kilometer in die Luft. An ihnen hängt ein Schuhkarton voll Elektronik, der wie ein „Mini-Handymast“ funktioniert. Besser noch: Nach Angaben des Unternehmens kann ein einzelner Ballon ein Gebiet versorgen, für das man sonst 40 Telefonmasten bräuchte. Space Data sichert damit die Kommunikation unter Fernfahrern in Texas, New Mexiko, Oklahoma und Arizona.

Nun soll auch Google Interesse an dem Unternehmen gezeigt haben. Kein Wunder, schließlich haben 36 Prozent der ländlichen Bevölkerung in den USA noch keinen Internetzugang. Space Data könnte eine Lösung bieten.

Größtes Problem ist die kurze Lebensdauer der Ballons. Nach 24 Stunden zerplatzt das Vehikel und der Sender segelt mit Fallschirmen zu Boden. 20 freie Mitarbeiter spüren derzeit die 1500 Dollar (1023 Euro) teuren Geräte wieder auf. Umweltschützer kritisieren die Plastikfetzen, die über das Land zerstreut würden. In Florida und Virginia ist die Methode bereits verboten worden.

Space Data verweist auf Studien, die einen positiven Einfluss belegen sollen. Immerhin würde der Bau von Telefonmasten verhindert, argumentiert man. Die Ballons kommen auch bei der US-Armee zum Einsatz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2008)