"Weil Arbeitsfähigkeit alle – sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber, die Politik und unsere Gesellschaft insgesamt betrifft, wird der längere Verbleib im Erwerbsleben zur Überlebensfrage für Unternehmen und Gesellschaft. Nicht zuletzt hängt die individuelle Lebensqualität der Arbeitnehmer in entscheidendem Ausmaß von der Arbeitsfähigkeit ab", erläuterte Wilhelm Stejskal, Mitglied der Geschäftsführung des ÖPWZ den Anlass zu der vergangenen Donnerstag in den Räumen der OeNB veranstalteten Enquete.
Neben Ansprachen von Staatsekretärin Christine Marek (BMWA) und Bundesminister Erwin Buchinger (BMSK) standen zahlreiche Fachvorträge und Präsentationen von Best Practice-Beispielen auf dem Programm.
Konsens über die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Anhebung der Verweildauer älterer Arbeitnehmer im Erwerbsleben brachte auch die Podiumsdiskussion mit Vertretern der Arbeitnehmerseite Reinhold Mitterlehner, stv. Generalsekretär der WKÖ und Wolfgang Tritremmel, Bereichsleiter Arbeit und Soziales der Industriellenvereinigung, sowie der Arbeitnehmerseite, repräsentiert durch Rudolf Hundstorfer, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und Herbert Tumpel, Präsident der Bundesarbeitskammer.
Diskutiert wurde unter anderem wer für die Emloyability verantwortlich ist (Arbeitgeber oder die betroffenen Individuen selbst), dass bei vorhandener Bereitschaft länger zu arbeiten, entsprechende Angebote fehlen, warum die (mittlerweile erschwerte) Flucht in die Früh- beziehungsweise Berufsunfähigkeitspension immer noch attraktiver erscheint, als der Verbleib in Dienstverhältnissen.
Tritremmel verwies auf die demografiebedingten Personalengpässe und appellierte an Unternehmen und Führungskräfte rechtzeitig den Schatz im Silberhaar zu suchen: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!".
Mitterlehner verwies auf das Senioritätsprinzip in der Entlohnung, dessen Änderung vor allem die mittlere Altersgruppe treffen würde und auf den im Vergleich zu Skandinavien sehr geringen Anreiz, bis ins hohe Alter zu arbeiten.
"Es gibt nach wie vor eine Reihe sowohl psychisch wie physisch störender Faktoren", monierte Tumpel den Umstand, dass alternsgerechte Arbeitsplätze in Österreichs Unternehmen noch lange nicht "state of the art" sind. Hundstorfer wies auf einen Rückgang bei der neuen Invalidität hin und appellierte daran, sich zu überlegen, warum Arbeitnehmer in diese gedrängt würden. (zug)