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Libanon: US-Marinepräsenz heizt Krise an

Hisbollah protestiert gegen Zerstörer vor Libanon-Küste.

BEIRUT(ag.). Mit der Entsendung des Zerstörers „Cole“ vor die Küste Libanons gießen die USA Öl ins Feuer der politischen Krise im Libanon: Die Schiitenorganisation Hisbollah nannte es einen „feindseligen Akt“, man werde sich von dieser „Bedrohung der nationalen Unabhängigkeit“ aber nicht beeindrucken lassen.

Laut USA dient die Maßnahme der „regionalen Stabilität“; auch sollen weitere Schiffe, darunter ein Landungsschiff mit Marines, folgen. Es dürfte ein Signal an Syrien sein, sich nicht weiter in Libanons Politik einzumischen. Dort verzögert sich seit Monaten die Wahl eines Präsidenten aufgrund politischer Spannungen, die laut Beobachtern von Syrien und Iran mitgeschürt werden.


Italien kommandiert UN-Flotte

Indes übernahm Italien am Freitag von Deutschland das Kommando über die internationale UN-Flotte, die seit dem Krieg 2006 Libanons Küste sichert; dazu gehören auch Schiffe aus Frankreich, Spanien, Portugal.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2008)