Der Interessenverband für Anleger (IVA) lässt sich in der Meinl-Causa von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer vertreten. "Die Berichterstattung der letzten Monate hat die Vermutung erhärtet, dass bei umfangreichen Rückkäufen der Meinl-European-Land-Aktien/Zertifikate gesetzliche Bestimmungen in Österreich und in Jersey verletzt wurden", so IVA-Chef, Wilhelm Rasinger.
Immer sichtbarer werde das Szenario, dass ein Großteil der Papiere aus der Kapitalerhöhung Anfang 2007 nicht verkauft werden konnten, sondern im Meinl nahestehenden SPV (Special Purpose Vehicle) Somal zwischengelagert und danach zu einem höheren Preis (deutlich über dem inneren Wert NAV) der Meinl European Land "umgehängt" wurden. Meinl engagierte zur Abwehr von Klagen laut IVA bereits einen der bekanntesten Strafexperten.
Daher hat sich der Interessenverband den Angaben zufolge entschlossen, mit dem profunden Kenner des Strafrechts, Ex-Minister Böhmdorfer, zusammenzuarbeiten. Als Privatbeteiligter könne der IVA so über die Aktivitäten der Staatsanwaltschaft und damit auch über die Untersuchungsergebnisse der Finanzmarktaufsicht (FMA) "hautnah" informiert werden.
Diese Erkenntnisse sollen bei zivilrechtlicher Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegen die Meinl-Bank-Gruppe und die handelnden Personen, nämlich Julius Meinl V. und die MEL-Direktoren Georg Josef Kucian, Karel Römer und Heinrich Schwägler, Berücksichtigung finden. Für die genannten Personen gilt bis zu einer allfälligen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
(APA)