Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der sich abkühlenden US-Wirtschaft und der anhaltenden Finanzkrise ihre Wachstumsprognosen in der Eurozone für heuer und 2009 leicht nach unten revidiert. Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und Ratsmitglied der EZB, erläuterte am Freitag, dass die Fundamentaldaten für den Euroraum wirtschaftlich gesund sind.
Man könne sich aber natürlich nicht einem globalen Rückgang entziehen. Auf der anderen Seite seien die allgemeinen Rahmenbedingungen weiterhin durchaus positiv zu sehen. Die Rücknahme der Wachstumsaussichten musste laut Liebscher" wegen der wirtschaftlich schwächeren Nachfrage, des Preisniveaus der Rohstoffe und am Energiesektor und nicht mehr so günstigen Finanzierungsbedingungen erfolgen."
Die EZB gehe nun davon aus, dass man im Jahr 2008 - insgesamt zwar auf moderater Basis - im Euroraum weiterhin gesunde wirtschaftliche Entwicklung haben werde, schwächer aber als 2007, wie Liebscher weiter sagte. Im Durchschnitt senkte die EZB ihre Wirtschaftswachstum für den Euroraum von 2,0 auf 1,7 Prozent, für 2009 von 2,1 auf 1,8 Prozent.
Ihre Inflationsprognose hat die EZB wegen der Anstiege der Nahrungsmittel- und Energiepreise deutlich erhöht. Im Schnitt erwartet die EZB für 2008 eine Teuerung von 2,9 Prozent statt bisher 2,5 Prozent und für 2009 2,1 Prozent statt 1,8 Prozent.
Bei der gestrigen EZB-Ratssitzung sei weder eine Zinsanhebung noch eine Zinssenkung zur Diskussion gestanden, sagte Liebscher.. Zum Euro-Dollar-Wechselkurs meinte Liebscher, "wir haben eine schwache Dollar-Situation, der Euro-Kurs hilft, im Rohstoff- und Energiebereich die Preise abzuschwächen". Grundsätzlich sei die EZB aber weder an einer exzessiven Volatilität noch an irgendwelchen nicht mehr gerechtfertigen Wechelkursentwicklungen interessiert.
(APA)