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Ecuador-Kolumbien: Die Krise ist vorbei

(c) AP (Andres Leighton)
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Die Regierungen von Kolumbien, Ecuador und Venezuela haben ihren Streit überraschend beigelegt. Die Präsidenten der drei Staaten reichten sich bei einem Lateinamerika-Gipfel demonstrativ die Hand.

Kolumbien, Ecuador und Venezuela haben ihren Streit offiziell beigelegt. Die Präsidenten der drei Staaten schüttelten einander am Freitag bei einem Gipfeltreffen in der Dominikanischen Republik die Hand. Die Geste wurde in Lateinamerika direkt im Fernsehen übertragen. Kolumbien hatte vor einer Woche mit einem Militärangriff auf ein Lager der kolumbianischen Guerillagruppe FARC in Ecuador die Krise ausgelöst. Die Verbündeten Ecuador und Venezuela hatten daraufhin Truppen an der Grenze zu Kolumbien zusammengezogen.

Ecuadors Präsident Rafael Correa erklärte den Streit nun für beendet und reichte seinem kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe die Hand. Dieser versprach, dass sich Militärschläge wie jener vom vergangenen Samstag in Ecuador, bei dem der Vize der Guerilla, Raul Reyes, getötet worden war, auf keinen Fall wiederholen würden. Im Gegenzug sagte Correa zu, er werde Dokumente aus Kolumbien über eine mögliche Zusammenarbeit seines Landes mit den FARC-Rebellen annehmen und ernsthaft prüfen lassen.

Diplomatische Beziehungen sollen wieder aufgenommen werden

Auch mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez gab es Schulterklopfen und sogar Witze und erleichtertes Lachen. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega nahm die Ankündigung, die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abzubrechen, spontan zurück. Auch Ecuador und Venezuela signalisierten, dass sie die Beziehungen wieder aufnehmen würden.

Die Versöhnung wurde möglich, nachdem alle Seiten bei dem Gipfeltreffen mit Vertretern von 19 Staaten Lateinamerikas ihre jeweiligen Standpunkte dargelegt hatten. Dabei waren die alten Positionen zunächst unversöhnlich aufeinandergeprallt. Uribe hatte Ecuador und Venezuela vorgeworfen, die linksgerichtete Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) zu unterstützen und ihnen Unterschlupf zu gewähren. Correa bezeichnete ihn daraufhin erneut als Lügner, dem niemand vertrauen dürfe. Versöhnlich wurde die Atmosphäre erst ganz zum Ende des Treffens, als Uribe die Gründe für den Militärschlag darlegte.

Während der Gespräche hatte der kolumbianische Präsident eingeräumt, Ecuador nicht über den grenzübergreifenden Einsatz der Streitkräfte seines Landes informiert zu haben. Allerdings habe Kolumbien im Kampf gegen den Terrorismus nicht die Unterstützung Ecuadors gehabt. Correa hatte dagegen seine scharfe Kritik an dem Einsatz zunächst bekräftigt: "Nichts rechtfertigt diese Aggression, und wir erwarten eine Verurteilung."

Nach heftiger Kritik an Uribe hatte sich der venezolanische Präsident Chavez schließlich für eine friedliche Beilegung des Streits stark gemacht. Noch sei Zeit, einen "Sog" der Krise zu beenden, den "wir alle bereuen könnten", sagte Chavez. "Wir wollen den Frieden, wir wollen alles tun, was wir können, um in Frieden miteinander zu leben."

Lebenszeichen von Geiseln

Die Lösung der Krise weckt neue Hoffnungen, dass die Farc weitere Geiseln freilassen könnte. Chavez berichtete auf dem Gipfeltreffen von Lebenszeichen einiger Verschleppter. Es handelt sich dabei um zehn kolumbianischen Soldaten und Polizisten. Venezuelas Justizminister Ramon Rodriguez Chacin präsentierte am Freitag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Caracas Videoaufzeichnungen der Geiseln. "Wir hoffen, dass sie befreit werden können, aber alles hängt von den Verhandlungen ab", sagte der Minister.

 

 

 

(Ag.)