Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Formel 1: Ecclestone besteht auf Nacht-Rennen in Australien

(c) EPA (Dean Mouhtaropoulos/laureus/ho)
  • Drucken

Der Formel 1-Boss droht Melbourne erneut mit dem Entzug des Grand Prix, sollte Australien kein Flutlicht-Rennen veranstalten. Ecclestone geht es in diesem Streit um den Schlaf der europäischen TV-Zuseher.

Bernie Ecclestone übt weiterhin starken Druck auf die Rennveranstalter aus: So hat der Formel-1-Boss erneut mit dem Entzug des Rennens gedroht, sollte Melbourne keinen Nacht-Grand Prix veranstalten wollen. In Australien startet am kommenden Sonntag die neue Saison der Formel-1. Der Grand Prix von Australien wird in diesem Jahr auf jeden Fall noch stattfinden.

Ecclestone als Hüter des Schlafs

Es sind die europäischen Fernseh-Zuschauer, um die sich Ecclestone sorgt. Also ausgerechnet Fans aus jenem Kontinent, aus dem der 77-jährige Milliardär seit Jahren beharrlich Rennen abzieht, um sie weiter östlich in finanzkräftigeren Märkten zu etablieren. Dieses Vorgehen zwingt aber Fans im offensichtlichen Kern-Markt Europa, die live dabeisein wollen, früher aufzustehen. Das, so Ecclestone in der "Mail on Sunday", sei lächerlich. "Man kann den Menschen nicht den Schlaf rauben, damit sie die Formel 1 live sehen", gab sich der Geschäftsmann als besorgter Hüter des Schlafes.

Erster Flutlicht-GP in Singapur

Im September wird es in Singapur erstmals einen Formel-1-GP unter Flutlicht geben. Auch in Malaysia, wo der zweite Grand Prix des Jahres stattfindet, wird überlegt, dem Ecclestone-Diktat zu folgen und 2009 ein Nachtrennen zu veranstalten. Die Australier waren bisher lediglich zu einem Kompromiss bereit:

Der erste WM-Lauf beginnt am kommenden Sonntag im Albert Park erst um 15.30 Uhr Ortszeit und damit so spät wie noch nie. So soll das Rennen in Europa wenigstens zu einer halbwegs christlichen Sonntags-Zeit (5.30 Uhr) über die Bildschirme flimmern. Für 2009 sei der Start für 17.00 Uhr (7.00 MEZ) geplant. Das, so der Geschäftsführer der Australian Grand Prix Corporation, Drew Ward, sei Entgegenkommen genug. "Die Regierung von Victoria hat ein Nachtrennen ausgeschlossen", sagte Ward und fügte hinzu, Ecclestones Drohung sei gerade seine geringste Sorge.

Ecclestone: "Das war's dann wohl"

Seit 1996 steht der Grand Prix in Melbourne im Rennkalender der Formel 1, von 1996 bis 2005 fand hier das Auftaktrennen der Saison statt. Dennoch verzeichnet sie Stadt mit dem Grand Prix stets ein finanzielles Defizit. Kein Wunder, dass ein Flutlicht-Rennen schlicht zu teuer käme. Das hat teite unlängst auch Australiens Premier Kevin Rudd dem Formel-1-Zampano in einem persönlichen Gespräch mit. "Das war's dann wohl, wir werden nicht mehr länger hier fahren. Weder in Melbourne noch sonstwo in Australien", lautete die Antwort Ecclestones. Melbourne hat allerdings einen Vertrag bis 2010.

Ecclestone verfügt über eine gute Verhandlungsposition, da er über viele Alternativen verfügt. Die Länder, die gerne einen Grand Prix veranstalten würden, stehen Schlange: 2009 kommt Abu Dhabi hinzu, Indien und Südkorea wollen schon 2010 Rennen durchführen. Der Österreicher Hans Geist entwickelt in Russland gerade eine Rennstrecke, die ebenfalls Formel-1-tauglich ist.

(APA/Red.)