JP Morgan übernimmt angeschlagene Bear Stearns

Die drittgrößte US-Bank JP Morgan Chase (JPM) übernimmt unterstützt durch eine Risikoabschirmung der US-Notenbank Fed die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns. Der Kauf soll über einen Aktientausch erfolgen, teilte JPM am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mit. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten dem Vorschlag zugestimmt.

Man sei bereit, Bear-Stearns-Anteile gegen 0,05473 eigene Aktien zu tauschen. Auf Basis des Schlusskurses vom vergangenen Freitag ergebe dies einen Preis von rund zwei Dollar pro Aktie. Die Aktionäre müssen dem Kauf noch zustimmen. Bear Stearns war als bisher prominentestes Opfer der Finanzkrise in Not geraten. Mit dem Niedergang zweier Hedgefonds hatte Bear Stearns im vergangenen Sommer den "Startschuss" für die aktuelle Krise der Finanzmärkte gegeben.

Mit sofortiger Wirkung übernehme JPM die Handelsverpflichtungen von Bear Stearns und ihrer Tochtergesellschaften sowie die Aufsicht über sämtliche Operationen des Managements, hieß es in der Mitteilung des Bankhauses. Die Transaktion solle bis Ende des zweiten Quartals 2008 abgeschlossen sein. Die US-Zentralbank Fed habe im Zusammenhang mit der Übernahme Sonderfinanzierungen zugesagt und zugestimmt, Bear Stearns mit bis zu 30 Mrd. Dollar (19,3 Mrd. Euro) zur Sicherung der Liquidität zu stützen.

"JP Morgan Chase steht hinter Bear Stearns", sagte JPM-Chef Jamie Dimon. "Bear Stearns Kunden und Vertragspartner sollten sich sicher fühlen, dass JP Morgan für Bear Stearns Vertragsrisiken garantiert. Wir heißen ihre Kunden, Vertragspartner und Angestellten in unserer Firma willkommen, und wir sind froh, ihr Partner zu sein."

Der Aktienkurs von Bear Stearns ist nach der angekündigten Übernahme durch JPM ins Bodenlose gestürzt und hat auch andere Finanztitel mitgerissen. Das Papier von Bear Stearns verbilligte sich am Montag im vorbörslichen Handel um 87 Prozent. Lehman Brothers brachen im elektronischen Handel um 34 Prozent ein. Der Aktienkurs von Merrill Lynch verlor 15 Prozent, Goldman Sachs rutschten etwa zehn Prozent ins Minus.

(APA)

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