Neuerliche Sorgen um eine Ausweitung der Finanzkrise haben am Montag weltweit eine Talfahrt an den Börsen ausgelöst. Die größten Abschläge in Europa erlitten die Börsen in Wien (minus 5,20 Prozent), Zürich (minus 4,75 Prozent) und Frankfurt (minus 4,18 Prozent). Der Dow Jones in New York fiel um 0,59 Prozent, der Nikkei in Tokio brach um 3,7 Prozent ein.
Wie vor Handelsbeginn bekannt wurde, hat JP Morgan Chase die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns für 2 Dollar je Aktie übernommen. Erschreckend sei die Geschwindigkeit, mit der Bear Stearns übers Wochenende rund 96 Prozent an Wert verloren hat, so Händler. Am Freitag hatte die Aktie trotz eines Kurssturzes von 47,37 Prozent noch bei 30,00 Euro geschlossen.
Die Krise an den Finanzmärkten werde "wahrscheinlich im Nachhinein als schlimmste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bewertet werden", schrieb der frühe Notenbank-Chef Alan Greenspan in einem Beitrag für die Financial Times vom Montag. Marktteilnehmer verwiesen auch auf zahlreiche andere Belastungsfaktoren. In der Früh waren zwischenzeitlich der Ölpreis auf mehr als 111 Dollar und der Euro auf ein neues Rekordhoch geklettert.
Finanzwerte erlitten in ganz Europa dramatische Kursverluste. Zu den schwächsten Werten im Euro-Stoxx-50 gehörten die Aktien der Deutsche Börse mit minus 10,46 Prozent auf 92,83 Euro. Societe Generale fielen 8,39 Prozent auf 62,98 Euro und Fortis 4,90 Prozent auf 13,98 Euro. In Zürich verloren UBS 12,10 Prozent auf 25,00 Schweizer Franken.
(APA)