Wall Street im Höhenflug

(c) AP (Richard Drew)
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Die US-Leitzins-Senkung um 75 Basispunkte und gute Quartalsergebnisse beflügelten am Dienstag die New Yorker Aktienbörse.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Dienstag, beflügelt von der US-Leitzinssenkung um 75 Basispunkte und guten Quartalsergebnissen, mit deutlich höheren Kursen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index stieg 3,51 Prozent auf 12.392,66 Einheiten. Der S&P-500 Index gewann 4,24 Prozent auf 1.330,74 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 4,19 Prozent auf 2.268,26 Zähler.

Goldman Sachs und Lehman besser als erwartet

Die wichtigsten US-Börsen haben zur Rally angesetzt und sehr kräftig zugelegt. Alle vier Indizes schlossen auf Tageshoch. Unterstützung für die Aktienmärkte kam nach den überraschend guten Quartalszahlen der Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers vor allem von der Fed. Die Notenbank der weltweit bedeutendsten Volkswirtschaft hatte am Abend den Leitzins um 0,75 Punkte auf 2,25 Prozent reduziert. Dies war die sechste Zinssenkung hintereinander seit Ausbruch der Kreditkrise, insgesamt wurde der Zins seither um 3,00 Punkte zurückgenommen.

Im Fokus standen vor allem die Finanzwerte. Am Montag hatte noch die Nachricht schockiert, dass die US-Investmentbank Bear Stearns schwer angeschlagen ist und zum Schleuderpreis von JPMorgan übernommen werden soll. Am Dienstag sorgten nun vor allem besser als erwartet ausgefallene Quartalsbilanzen der US-Banken Goldman Sachs und Lehman Brothers für Kurserholungen in diesem Sektor.

Die Kreditkrise traf die Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers im ersten Quartal weniger stark als am Markt befürchtet worden war. Der Gewinn bei Goldman Sachs halbierte sich zwar im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal, doch die meisten Analysten hatten einen noch drastischeren Rückgang erwartet. Auch die erwirtschafteten Erträge lagen deutlich über den Markterwartungen. Die Aktie, die Tags zuvor um rund vier Prozent gefallen war, legte um 16,27 Prozent auf 175,59 US-Dollar zu.

Auch Lehman Brothers schloss das abgelaufene erste Geschäftsquartal trotz massiver Rückgänge bei Erträgen und Gewinn besser ab als erwartet. Die Aktie sprang um 46,43 Prozent auf 46,49 Dollar nach oben, hatte aber Tags zuvor fast 20 Prozent verloren und am vergangenen Freitag knapp 15 Prozent. Im Gefolge legten auch weitere Banken-Titel zu: Morgan Stanley, die am Mittwoch über ihr Quartal berichten, gewannen 17,81 Prozent auf 42,86 Dollar. Bank of America stiegen im Dow Jones um 8,26 Prozent auf 38,93 Dollar und Citigroup gewannen an der Dow-Spitze 11,22 Prozent auf 20,71 Dollar. Merrill Lynch rückten um 13,23 Prozent auf 46,63 Dollar vor. Nach Ansicht von Wachovia ist Merrill Lynch allerdings die riskanteste der verbliebenen reinen Investmentbanken.

Bear Stearns-Aktien wieder gestiegen

Die Aktien von Bear Stearns stiegen zeitweise wieder bis auf 8,50 Dollar. Sie schlossen schließlich 22,87 Prozent höher bei 5,91 Dollar. Zeitungsberichten zufolge regt sich Widerstand unter Großaktionären gegen den extrem niedrigen Verkaufspreis. Auf Basis des Schlusskurses an der New Yorker Wall Street (42,71 Dollar, plus 5,95 Prozent) bietet JPMorgan 2,34 Dollar pro Bear-Stearns-Papier.

Die beiden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae sprangen um 27,06 Prozent auf 28,22 Dollar nach oben und Freddie Mac gewannen 26,19 Prozent auf 26,02 Dollar. Presseberichten zufolge will die US-Regierung den beiden Hypothekenfinanzierern weiter unter die Arme greifen und noch mehr Eigenheim-Hypotheken kaufen und garantieren. Eine Ankündigung dazu könnte noch in dieser Woche erfolgen. (Ag.)

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